innere Betriebsschäden

zurück senden drucken

Diskussion um Bio-Kraftstoff ''E10'' führt zu verstärkter Nachfrage nach Versicherungsschutz

Seit dem Jahreswechsel 2010/2011 wird dem bisherigen Kraftstoff für Ottomotoren, der grundsätzlich bis zu fünf Prozent Bioethanol (E5) enthält, eine neue Super-Benzinart hinzugefügt. Die Produktbezeichnung für den neuen Super-Kraftstoff lautet "E10" und enthält einem Bioethanolanteil vom maximal zehn Prozent.


Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Fahrzeug diesen Kraftstoff verträgt, kann die E10-Verträglichkeit über einen pdf-Download der DAT prüfen.


Doch wie sieht es mit dem Versicherungsschutz im Bereich "innere Betriebsschäden" aus?


Nimmt ein Motor auf Grund der Verwendung von ungeeigneten Kraftstoffen einen Schaden, ist er nicht versichert .


Begründung:


Grundsätzlich sind Schäden am eigenen Fahrzeug nur durch eine Fahrzeugversicherung (Teilkasko / Vollkasko) versicherbar. Dabei kommt im Wesentlichen der Unfallbegriff gem. A.2.3.2 AKB zum Tragen:
"Versichert sind Unfälle des PKW. Als Unfall gilt ein unmittelbar von außen plötzlich mit mechanischer Gewalt auf den Pkw einwirkendes Ereignis. Nicht als Unfallschäden gelten insbesondere Schäden aufgrund eines Brems- oder Betriebsvorgangs oder reine Bruchschäden. Dazu zählen z. B. Schäden am Pkw durch rutschende Ladung oder durch Abnutzung, Verwindungsschäden, Schäden aufgrund Bedienungsfehler oder Überbeanspruchung des Fahrzeugs.


Als Beispielfälle sind folgende Schäden somit nicht versichert:

  • Wenn ein Fahrzeugführer zu scharf in die Kurve fährt und dabei der volle Eimer einer chemischen Flüssigkeit umkippt und Schäden hervorruft.

  • ausgeglühte Bremsscheiben nach Notbremsung;

  • eine Vollbremsung, um dem vorausfahrenden Fahrzeug nicht hinten auf zu fahren, wodurch das auf der Ladefläche befindliche Gegenstände in Bewegung geraten und in dessen Folge die Windschutzscheibe durchschlagen;

  • falschen Kraftstoff tanken, mit der Folge eines Motorschadens ;

  • Karosserieschaden durch "eingestürzten" Dachgepäckträger (Überladung);

  • ausgeglühte Bremstrommeln nach Fahren mit angezogener Handbremse;

  • am Bordstein abgerissene Front-/Heckschürzen, Auspuffanlagen bei extremer Tieferlegung;

  • Bremsanlagen- /Fahrwerksschäden bei Fahren trotz eingefrorener Handbremse.


Diese Art Schäden sind als so genannte "innere Betriebsschäden" nicht versichert.

Jedoch gibt es im Rahmen der Vollkasko-Versicherung die Möglichkeit, diese inneren Betriebsschäden in Abweichung von A.2.3.2 AKB gegen Prämienaufschlag mitzuversichern.

Danach sind in der Vollkasko-Versicherung unvorhergesehene und plötzlich eintretende Betriebsschäden an Motor und Getriebe mit versichert, sofern sie der Fortbewegung des Fahrzeugs dienen.

Bei einem Einschluß wären dann Bedienungsfehler oder Überbeanspruchung mitversichert, sofern die Hersteller seitig vorgeschriebenen Wartungsintervalle eingehalten werden.

Allerdings wird grundsätzlich ein so genannter "Abzug neu für alt" vorgenommen, der sich nach dem Alter und der entsprechenden Abnutzung richtet. In der Regel werden je vollendete 10.000 Kilometer Laufleistung ein pauschaler Abzug in Höhe von 1 % von der Entschädigungsleistung vorgenommen.


Diese Klausel gilt u.a. nicht für Schäden, "durch die Verwendung rein pflanzlicher Kraftstoffe (z. B. reines Soja- oder Rapsöl) entstehen. Für Schäden, die durch die Verwendung von Biodiesel entstehen, besteht Versicherungsschutz nur dann, wenn dessen Verwendung vom Fahrzeug- bzw. Motorenhersteller ausdrücklich freigegeben worden ist".


Für einen Versichererwechsel merken Sie sich bitte schon den 30.11.2011 vor. Weitere Informationen können Sie dem folgenden Videobeitrag entnehmen:





Bildnachweis:

WoG - Fotolia.com

zurück  senden  drucken