Gefälligkeiten / Gefälligkeitshaftung

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Sie haften auch bei "reiner Freundlichkeit"

Auch für Handlungen aus reiner Hilfsbereitschaft und Gefälligkeit muss gehaftet werden. Nach Paragraph 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) muss jeder für Schäden einstehen, die er vorsätzlich oder fahrlässig angerichtet hat. Wer helfen will, sollte also unbedingt eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, um seine Freundlichkeit möglicherweise nicht teuer bezahlen zu müssen.

Es gibt aber auch Ausnahmen: Gerichte gehen gelegentlich von einem "stillschweigenden Haftungsverzicht" aus. Das bedeutet: Damit derjenige, der hilfsbereit ist, nicht einem unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt ist, gehen Richter davon aus, dass derjenige, dem geholfen wird, das Risiko eines Schadens selber tragen muss.

Aber Achtung: Der Bundesgerichtshof hat bei Gefälligkeitsschäden mehrfach den stillschweigenden Haftungsverzicht geprüft und abgelehnt (BGH, Az: VI ZR 49/91, vgl. auch FINANZtest 9/97). Wenn eine Versicherung dahinter steht, sei ein Haftungsverzicht in der Regel nicht anzunehmen, so die Richter. Denn das würde nur der Versicherung des Helfers helfen, nicht aber ihm selbst.

Noch wichtig: Sie dürfen als Helfer gegenüber dem Geschädigten - auch wenn es ein Freund oder Verwandter ist - auf keinen Fall die Schuld anerkennen. Sie riskieren sonst den Versicherungsschutz. Die Prozeßführung muss dem Versicherer überlassen werden.

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