Betriebliches Riskmanagement

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Betriebssicherheit

Interessante Informationen zur Verbesserung der betrieblichen Sicherheit

Sprinkleranlagen

Nirgendwo anders gilt diese Weisheit so deutlich wie in der Versicherungsbranche. So haben die teils verheerenden Großbrände in der Vergangenheit und die daraus resultierenden Schäden bei der Versicherern verstärkt dazu geführt, dass sie und deren Rückversicherer auf die Nachrüstung mit einer Sprinkleranlage bestehen.

Hier handelt es sich aber nicht nur um einen Kostenfaktor - denn auf diese Weise können langfristig sogar erhebliche Einsparungen erzielt werden. Die Versicherungsgesellschaften gewähren nämlich Rabatte von bis zu 65 Prozent auf die Prämien zur Feuerversicherung und zur Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung, sobald eine Sprinkleranlage installiert ist. Und auf diese Weise haben sich die Anlage meist schon nach wenigen Jahren amortisiert.

Der Einbau von automatischen Sprinkleranlagen bieten entscheidende Vorteile: Das Risiko eines Brandes, der die Existenz eines ganzen Unternehmens zur Folge haben kann, wird auf ein Minimum reduziert. Während ein Brandschaden von der Versicherung bezahlt wird, erstattet Ihnen kein Versicherer die verlorenen Kunden und Marktanteile. Allein dieser Faktor kann existenzgefährdende Folgen haben - und die Konkurrenz erfreuen!

Daraus folgt wiederum: aktiver Brandschutz stellt auch immer einen wesentlichen Bestandteil von verantwortungsbewusstem Risikomanagement dar. Nebenbei erfüllt ein Betrieb mit dem Einbau einer Sprinkleranlage auch zentrale Auflagen der Baubehörden und der Feuerwehr. Der Betriebsinhaber erspart sich zudem unnötige Doppelarbeit und Zusatzkosten, wenn er Institutionen wie die VdS-Schadenverhütung, die die spätere Abnahme der Anlage vornehmen, sowie die Feuerwehr in die Projektierungs- und Planungsphase einbezieht.

Schutz vor Brandschäden

Um möglichst wenig Feuerlöschschäden zu verursachen, reagiert ein gut geplantes Sprinklersystem sehr intelligent: Das Sprinklersystem wird wie ein Netz unterhalb der Decke des zu schützenden Gebäudes angebracht. Damit gerät das Löschwasser bei Bedarf nur dort aus, wo es wirklich zur Brandbekämpfung benötigt wird. Um dies zu gewährleisten, ist das gesamte Gebäude flächendeckend mit Löschdüsen ausgestattet, die als auslösendes Element entweder ein Schmelzlot oder mit Flüssigkeit gefüllte Glasfässchen eingebaut haben. Diese reagieren bei unterschiedlich hohen Temperaturen, die zwischen 57° C und 340°C liegen können. Wenn ein Feuer ausbricht, steigt die Temperatur am Sprinkler über den definierten Temperaturbereich, die Flüssigkeit dehnt sich aus und das Glasfässchen platzt bzw. das Lot schmilzt.

Dadurch trifft das Löschwasser dann gezielt auf den Brandherd, die Flammen werden erstickt und die giftigen Rauchgase gebunden. Übrige Bereiche, die nicht vom Feuer betroffen sind, bleiben dabei verschont, weil die Sprinkler dort nicht aktiviert werden. Somit sind die meisten Schäden bereits gelöscht, bevor die Feuerwehr eintritt und im Gießkannensystem Löschwasser über die gesamte Produktionsstätte spritzen kann. Häufig sind die Folgeschäden durch einen unangemessenen Feuerlöscheinsatz größer als erforderlich.

Das für den Betrieb optimale Feuerlöschsystem hängt von den Brandrisiken und den baulichen Gegebenheiten ab. Der mit der Installation beauftragte Brandschutzfachbetrieb legt die genaue Anzahl und Position der Sprinkler und ihre Wasserleitungen fest. Dabei steht er in engem Kontakt zur Versicherungswirtschaft bzw. dem konkreten mit dem Versicherungsschutz beauftragen Versicherer.

Sorgfältige Planung spart Überraschungen

Ob Neubau oder bestehendes Gebäude: Der Einbau einer Sprinkleranlage bedarf einer besonders intensiven und umfangreichen Planung, die im Schadensfall aber als existenzerhaltende Maßnahme herausstellen wird.

Dabei unterscheidet man drei Phasen:

  • Ermittlung der Größenordnung der Sprinkleranlage
  • Ermittlung der baulichen Gegebenheiten
  • Einbau der Anlage (bei bestehenden Betrieben)

In der ersten Phase wird der Bedarf anhand der Grundfläche, der Raumhöhe und des daraus sich ergebenden Rauminhaltes des betreffenden Gebäudes ermittelt. Es folgt die Berücksichtigung der besonderen Umstände des Betriebes, also der Betriebsabläufe, der Produktion und der verwendeten bzw. entstehenden Materialien und Produkte. Daher benötigt ein Krankenhaus eine völlig andere Planung als eine Papierfabrik oder eine Futtermühle.

In der zweiten Phase werden die entstehenden bzw. vorhandenen baulichen Gegebenheiten mit anderen Brandschutzmaßnahmen sowie Installationen, Einbauten und Anlagen analysiert. Hier entscheidet sich, welche abschließende Lösung gefunden werden kann. Sie muss den technischen Anforderungen genügen und auch mit wirtschaftlichen und organisatorischen Aspekten vertretbar sein.

Bei der dritten Phase der Planung werden die einzelnen Schritte des Einbaus koordiniert, d. h. zu welchen Zeiten welche Schritte der Montage durchgeführt werden. Dabei ist der Neubau von einem Einbau in ein bestehendes Gebäude zu unterscheiden. Aber auch wenn der Einbau in ein bestehendes Gebäude eine besondere Herausforderung darstellt, so stellt es doch keine unlösbare Aufgabe dar.

Weil der Betriebsablauf nicht unnötig beeinträchtigt werden darf, muss der Einbau verstärkt an Wochenenden oder in den Nachtstunden erfolgen.
Anschließend wird ein Kostenrahmen erstellt, der eine angemessene Planungssicherheit bieten sollte. Dabei ist als unabdingbare Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf die sehr enge und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Installationsfirma und Betriebsleitung vonnöten. Nur so kann auch der nachträgliche Einbau von Sprinkleranlagen bei einer zielorientierten Projektplanung ohne große Eingriffe in den laufenden Betrieb realisiert werden.

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