Sparerfreibetrag

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Wer Geld anlegt, darf vom Gewinn leider nicht immer alles für sich behalten.

Zur Freistellung von Kapitalerträgen steht seit dem 1.1.2004 nur noch ein Sparerfreibetrag von 1.370 € (bis zum 31.12.2003 betrug der Sparerfreibetrag 1.550 €) zur Verfügung. Verheiratete, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, können den doppelten Betrag, also 2.740 € (bis zum 31.12.2003 betrug der Sparerfreibetrag für Verheiratete 3.100 €) nutzen.

Der Sparerfreibetrag darf nicht mit dem Freibetrag verwechselt werden, der für die Freistellung von Kapitalerträgen zur Verfügung steht. Denn dieser Freibetrag umfasst nicht nur den Sparerfreibetrag, sondern auch die Werbungskostenpauschale von 51 € für Ledige und 102 € für Verheiratete. Zur Freistellung von Kapitalerträgen steht daher ein höherer Betrag (Sparerfreibetrag + Werbungskostenpauschale), nämlich insgesamt 1.421 € (Ledige)/ 2.842 € (Verheiratete) zur Verfügung.

Wurde vor dem 1.1.2004 verschiedenen Kreditinstituten ein Freistellungsauftrag erteilt, müssen diese Freistellungsaufträge aufgrund des seit dem 1.1.2004 geltenden niedrigeren Sparerfreibetrags überprüft und ggf. korrigiert werden.

Beträgt die Summe aller bei den verschiedenen Kreditinstituten freigestellten Beträge mehr als 1.421 € (Ledige)/ 2.842 € (Verheiratete), dann müssen neue Freistellungsaufträge erteilt werden. Die Summe der erteilten Freistellungsbeträge dürfen dabei den Freibetrag von 1.421 € (Ledige)/ 2.842 € (Verheiratete) nicht überschreiten. Wurde nur einer Bank ein Freistellungsauftrag in der maximalen Höhe erteilt wurde, besteht kein Handlungsbedarf, da in diesem Fall alle Kreditinstitute bereits erteilte Freistellungsaufträge an die neue Höchstgrenze automatisch anpassen.

Falls eine Freistellung der Kapitalerträge nicht erfolgte und das Kreditinstitut Kapitalertragsteuer an das Finanzamt abgeführt hat, kommt im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung der Sparerfreibetrag zur Anrechnung. Bereits vom Kreditinstitut abgeführte Beträge können dann zurück gefordert werden.

Zu den steuerpflichtigen Kapitalerträgen zählen unter anderem Zinserträge und Dividendenerträge. Seit dem Jahr 2002 unterliegen nur noch 50 Prozent der Dividendenerträge der Besteuerung, da dann das Halbeinkünfteverfahren greift. Dieses neue Besteuerungsverfahren belastet Dividendenerträge bereits beim ausschüttenden Unternehmen definitiv mit 25 Prozent Körperschaftsteuer.

Werbungskosten die mit der Erzielung von Kapitaleinkünften im Zusammenhang stehen, mindern die Kapitalerträge. Liegen die tatsächlichen Werbungskosten über dem Werbungskostenpauschbetrag (51 €) für Kapitalerträge, sollten Werbungskosten im Einzelnen nachgewiesen werden. Kapitalerträge, die mit der Erzielung von Zinseinkünften im Zusammenhang stehen, können vollständig geltend gemacht werden. Bei Dividendenerträgen muss seit 2002 beachtet werden, dass das Finanzamt nur noch 50 Prozent der Werbungskosten berücksichtigt.

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