Wie sieht Ihre Rente um 2030 aus?

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Wie sieht Ihre Rente um 2030 aus?

Das Bundesarbeitsministerium illustriert anhand einer Tabelle, wie sich die Kombination aus gesetzlicher Rente, kapitalgedeckter Sparrente und Rentenniveau in den nächsten 30 Jahren entwickeln könnten.

Diese Tabelle beruht allerdings auf der unrealistischen Annahme des sogenannten Eckrentners. Diese statistische "Kunstfigur" hat 45 Jahre lang Rentenbeiträge gezahlt, immer so viel verdient wie der Durchschnitt aller anderen Beschäftigten und veranschaulicht nur die so genannte Standardrente. Weil aber immer mehr Menschen länger zur Schule gehen oder studieren oder aber früher in Rente gehen, kann man bereits jetzt davon ausgehen, dass diese 67 % nicht die letzten Worte sind.

Derartig lange dürften mittlerweile nur noch die wenigsten Versicherten in das Rentensystem einzahlen: Längere Schul- und Berufsausbildung, Anrechnung von Ausfallzeiten und ein immer früherer Rentenbeginn (liegt derzeit im Schnitt bei 59 Jahren), haben dazu geführt, dass Männer bei Rentenbeginn im Schnitt etwa nur 40 Jahre, Frauen sogar nur 30 Versicherungsjahre in die Rentenbemessungs-Waagschale werfen können.

Das DIA (Deutsches Institut für Altersvorsorge) hat in Beispielrechnungen verdeutlicht, dass wohl nur die wenigsten Beitragszahler von einem Rentenniveau von 67 Prozent ausgehen sollten, sondern eher von 62,5 %.

Eine Rentenreform ist notwendig

Nach Überzeugung aller Experten ist eine Rentenreform notwendig, weil das System der gesetzlichen Renten ohne Änderungen in seiner Struktur auf lange Sicht finanziell zusammenbricht. Dafür gibt es drei wesentliche Gründe:

  • die Lebenserwartung der Menschen steigt Dank des medizinischen Fortschritts
  • daher nimmt die Zahl der Rentner deutlich zu
  • der "Pillenknick" und die Kündigung des Generationenvertrages führen zu immer weniger Beitragszahler.

Bei der umlagenfinanzierten gesetzlichen Rente führt dies unvermeidlich zu immer höheren Beiträgen. Um dies zu vermeiden, müssen die Leistungen beschnitten werden.

Bei der Rentenreform der rot-grünen Bundesregierung wird die langfristig moderate Anhebung der Beitragssätze mit einer Reduzierung der künftigen Rentenzuwächse kombiniert.

Um einen Ausgleich herbeizuführen, soll die kapitalgedeckte Privatvorsorge eingeführt werden.

Gleichzeitig steht zur Disposition, die Zahl der Beitragszahler durch Einbeziehung auch der Selbstständigen und Beamten zu erhöhen, obwohl dies nur eine kurz- bis mittelfristige Entlastung bedeuten würden. Denn dieser Personenkreis als zusätzlicher Beitragszahler wird auch eines Tages ins Rentenalter kommen.

In welcher Höhe erfolgt künftig die Anpassung der Renten?

Die Regierung kehrt mit der verabschiedeten Reform wieder zu den Grundsätzen der Lohnanpassung zurück. Das bedeutet, dass künftig zwar die Steigerungen der Bruttoeinkommen zu Grunde gelegt werden, von denen aber die Aufwendungen für die private und gesetzliche Altersvorsorge abgezogen werden. Anders ausgedrückt wird der Nettolohn als Bezugsgröße für die Rente um den privaten Vorsorgebetrag gekürzt, um das Leistungsniveau zu drücken.

Somit haben Steuerentlastungen für die Beschäftigten damit keine rentensteigernde Wirkung mehr. Ab 2011 werden Lohnveränderungen außerdem nur noch zu 90 Prozent bei der Rentenanpassung berücksichtigt. Ebenso wird jedem, der ab 2011 aus dem aktiven Berufsleben ausscheidet, ein Rentenabschlag zugemutet.

Diese beiden Maßnahmen sollen die durchschnittliche Rentenhöhe auf 67 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns drücken (bisher 70 %). Da aber der sog. "Eckrentner" für die Betrachtung herangezogen wird, muss man von unrealistischen Betrachtungen ausgehen. Nach Expertenmeinung dürfte der Einschnitt aber bei ca. 62,5 % liegen.

Diese Operation soll zwar bewirken, dass der monatliche Abgabensatz in den kommenden dreißig Jahren von derzeit 19,1 % auf maximal 22 % steigen soll, aber ob das ausreicht, bleibt angesichts der demografischen Entwicklung fraglich.

Die gesetzliche Altersrente wird überschätzt

Die meisten Arbeitnehmer haben falsche Vorstellungen, welche Einkünfte sie im Alter erwarten können. Bestenfalls kann die zukünftige Rentenhöhe geschätzt werden - und die schießen oftmals über das Ziel hinaus, weil die Ansprüche meist kleiner sind als angenommen.

In jedem Falle dürften die stets angegebenen Leistungsangaben von 70 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, unzuverlässig sind. Bei dieser Größe wird unterstellt, dass zuvor 45 Jahre lang Beiträge entrichtet wurden, was nicht viele schaffen.

Durch einen immer späteren Eintritt in das Berufsleben (Schule, Berufsausbildung) sowie immer früherer Rentenbeginn (derzeit mit durchschnittlich 59 Jahren) wird die Lebensarbeitszeit dramatisch gekürzt.

Der gesetzlich definierte "Eckrentner" ist 65 Jahre alt und hat 45 Jahre lang den jeweiligen Durchschnittsverdienst erzielt. Mit den entsprechenden Rentenbeiträgen erhält er derzeit im Westen monatlich ca. 1.000,- € netto - also unter Berücksichtigung von Kranken- und Pflegebeiträge. Im Osten Deutschlands ist es sogar noch weniger (ca. 900,- €).

Da es sich um grobe Richtwerte handelt, führen unterschiedliche Beitragsjahre und Einkommenshöhen eine wichtige Rolle in der Rentenbemessung, die daher auch eine unterschiedliche Höhe haben kann.

Der Rentenwert

Die soeben genannten Werte sind jedoch nur vage, weil die Rentenhöhe nicht allein nach Beitragsjahren berechnet wird. Die Einkommenshöhe ist ein weiteres Maß und kann leicht über oder unter dem in der Statistik unterstellten Durchschnittslohn liegen. Dadurch kann die Rente höher oder auch niedriger ausfallen.

Als dritte Berechnungsgröße, neben Beitragszeiten und Arbeitsentgelt, existiert noch ein sogenannter Rentenwert. Er wird jährlich, etwa zur Jahresmitte, im Wege einer so genannten Rechengrößenverordnung vom Parlament festgelegt.

Mit Hilfe dieser drei Faktoren lassen sich die individuellen Ansprüche zumindest wage errechnen. Dazu kommen aber noch mögliche beitragsfreie Zeiten, beispielsweise Jahre der Hochschulausbildung oder Kindererziehungszeiten, die sich rentensteigernd auswirken.

Auslandsaufenthalte und andere Umstände können aber das Ergebnis nach unten drücken.

Die Rente in dreißig Jahren

Nach den oben genannten Angaben wird der Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung bis 2030 auf 22 % angehoben, während die Rentenhöhe auf 67 % sinken soll.

Welche Ansprüche Sie voraussichtlich haben, lässt sich nur an Hand einer Rentenberechnung vornehmen. Dazu ist ein Versicherungsverlauf seitens der LVA oder BfA anzufordern.

Mit diesem Versicherungsverlauf kann Ihre Rente mit Hilfe von Berechnungsprogrammen annähernd bestimmt werden.

Eine grobe Schätzung können Sie auch sofort erledigen, indem Sie unseren Rentenrechner betätigen.

Für alle weitere Informationen ist ein persönliches Beratungsgespräch erforderlich. Dazu können Sie eine Benachrichtigung absenden.

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