Umstellung bestehender Verträge

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Warum es sich nicht lohnt, seine bestehenden Verträge umzustellen

Ein bereits bestehender Vertrag eignet sich nicht als förderfähiges Produkt im Sinne des Altersvermögensgesetz (AvmG).

Um eine Zulage zu erhalten oder den Sonderausgabenabzug geltend machen zu können, sieht das Gesetz gewisse Rahmenbedingungen vor, die ein Vertrag erfüllen muss.

Diese Rahmenbedingungen sind bei bestehenden Verträgen derzeit nicht erfüllt und können wegen der spezifischen Besonderheiten heutiger Vertragskonstellationen auch nicht erfüllt werden.

Bestehende Verträge wurden dazu abgeschlossen, die Einkommenskürzungen im Rentenalter auszugleichen. Neue Versicherungen oder Finanzdienstleistungsprodukte sind dafür vorgesehen, die zusätzlich entstehende Versorgungslücke zu füllen.

Im optimalen Falle des sog. "Eckrentners", der 45 Jahre lang den Durchschnittsbetrag aller Berufstätigen gezahlt hat, dann kommen Sie mit Ihrer Rente auf 67 % des letzten Nettoeinkommens.

Haben Sie, wie die meisten anderen, 40 Beitragsjahre in die Rentenkasse eingezahlt, dann reduziert sich Ihre Rente sogar auf 62,5 % - Experten meinen, sogar auf nur 50 % Ihres Nettoeinkommens. Dauerstudenten, die nur 30 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, erhalten später sogar nur 45 Prozent ihres Nettoeinkommens als Rente.

Daher gibt es keinen vernünftigen Grund, die bestehende Altersversorgung nicht um einige neue Komponten zu erweitern anstatt sie zu reduzieren.

Die "Riester-Rente" allein soll nur die zusätzlichen Renteneinbußen abfedern helfen.

Während Lebens- und Rentenversicherungen nach mindestens 12 Jahren steuerfrei ausgezahlt werden, sind sie eine sichere und lukrative Kapitalanlage.

Würden Sie einen Altvertrag in einen "Riester-Vertrag" umwandeln, dann würden Sie diesen steuerfreien Vorteil verlieren und die daraus erzielten Renten würden lebenslang der vollen Besteuerung unterliegen.

Da die gesetzlich geförderte Privatrente keinen nennenswerten Hinterbliebenenschutz gewähren darf, würde eine Umwandlung in eine geförderte Rentenversicherung auch den Verlust jeglichen Schutzes gegenüber Ihrer Hinterbliebenen im Falle Ihres Ablebens führen.

Es gibt weitere objektive Gründe, weshalb eine Umwandlung in ein gesetzlich gefördertes Versicherungsprodukt scheitert

  • Der Versicherungsnehmer und die versicherte Person sind nicht identisch
  • Es sind zwei versicherte Personen vorhanden
  • Der Vertrag ist abgetreten oder verpfändet
  • Der Vertrag ist gepfändet
  • Vereinbarung einer Rente wegen Berufsunfähigkeit
  • Kein anrechenbares Deckungskapital
  • Umstellung von Kapital-Lebensversicherungen in förderfähige Rentenversicherungen
  • Verträge aus vermögensbildende Lebensversicherungen

Der Versicherungsnehmer und die versicherte Person sind nicht identisch

Dieser Vertrag eignet sich nicht als förderfähiges Produkt im sinne des Altersvermögensgesetzes (AvmG). Es sieht nämlich vor, dass der Versicherungsnehmer (VN) und die versicherte Person (VP) identisch sein müssen. Wenn also die versicherte Person nicht mit dem VN identisch ist, ist dieses Produkt nicht förderwürdig. Es sieht nämlich vor, dass sämtliche Daten eines Versicherungsvertrages auf den persönlichen Daten der versicherten Person beruhen. Ein Wechsel der versicherten Person kann daher nicht vorgenommen werden.

Es sind zwei versicherte Personen vorhanden

In diesem Falle sind zwei Personen in einem Vertrag zusammengefasst. Diese Möglichkeit sieht das Altersvermögensgesetz (AvmG) nicht vor.

Der Vertrag ist abgetreten oder verpfändet

Danach besteht zu dieser Versicherung eine Abtretung oder Verpfändung zu Gunsten einer Versicherung oder eines anderen Kreditinstituts. Da aber nach dem Altersvermögensgesetz (AvmG) keine abgetretenen oder verpfändeten Versicherung der Förderung unterliegen, kann eine Umwandlung nicht erfolgen.

Der Vertrag ist gepfändet

Zu einer bestehenden Altersversorgung liegt eine Pfändung vor. Nach dem Altersvermögensgesetz (AvmG) besteht ein Pfändungsschutz. Im Umkehrschluß bedeutet dies, dass gepfändete Verträge nicht der Förderung unterliegen.

Vereinbarung einer Rente wegen Berufsunfähigkeit

Wenn in Ihrem Vertrag eine Rentenzahlung im Falle der Berufsunfähigkeit versichert ist, dann ist er nicht förderungswürdig, weil der Katalog der förderfähigen Produkte nach dem Altersvermögensgesetz (AvmG) diese Absicherung nicht vorsieht.

Es ist ebenso abzuraten, diesen Versicherungsschutz auszuschließen. Die Reform der Erwerbsminderungsrenten hat diese Leistung bereits erheblich eingeschränkt bzw. sie gänzlich aufgehoben. Nähere Infos erhalten Sie hier.

Kein anrechenbares Deckungskapital

Bei der Lebensversicherung wird ein Teil der eingezahlten Prämie für den Todesfall zurückgelegt. Hinzu kommen teils erhebliche Verwaltungskosten und Abschlußprovisionen. Bei den fondsgebundenen Varianten sind darüber hinaus noch die Ausgabeaufschläge zu berücksichtigen.

Diese Kosten, die bis zu 20 Prozent der Beiträge ausmachen können, sorgen dafür, dass bei Verträgen mit geringer Laufzeit wegen der Kürze des Bestandes noch kein anrechenbarer Wert für eine Umstellung in einen neuen Vertrag nach dem Altersvermögensgesetz (AvmG) gebildet werden konnte. Daher ist eine Umstellung nicht möglich, weil noch keine beitragsfreie Summe bzw. Rente gebildet werden konnte.

Der Vertrag ist mit einem Policendarlehen oder einer Vorauszahlung beliehen

In diesem Fall hat ein Kunde die bestehende Police mit einem Policendarlehen oder einer Vorauszahlung finanziell in Anspruch genommen. Dies steht den Vorschriften des Altersvermögensgesetzes (AvmG) entgegen, das eine Leistung aus dem Vertrag nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres erlaubt. Daher kann eine Umstellung des Vertrages nicht erfolgen.

Umstellung von Kapital-Lebensversicherungen in förderfähige Rentenversicherungen

Bei den förderfähigen Produkten nach dem Altersvermögensgesetz (AvmG) handelt es sich um Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht. Daher kann eine Umstellung aus einer kapitalbildenden Lebensversicherung nicht vorgenommen werden, weil der VN sonst weitestgehend auf die Hinterbliebenenversorgung verzichten würde.

Verträge aus vermögensbildende Lebensversicherungen

Versicherungen oder Kapitalanlagen nach dem Vermögensbildungsgesetz kollidieren mit den förderfähigen Produkten nach dem Altersvermögensgesetz (AvmG) und können daher nicht umgestellt werden.

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