Riester für Mini-Jobber

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Auch Mini-Jobber können mit staatlichem Zuschuss zur Riester-Rente rechnen

Üben Sie eine geringfügige Beschäftigung ("Mini-Job") aus und verdienen im Monat weniger als 400 Euro, dann sind Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei. Aus eben diesem Grund haben Sie grundsätzlich keinen Anspruch auf die staatliche Förderung bei der privaten Altersvorsorge, der sog. "Riester"-Förderung.

Wenn Sie einen der folgenden zwei Punkte erfüllen, dann haben Sie dennoch auch dann Anspruch auf Rieser-Förderung, wenn

  • Ihr Ehegatte unmittelbar begünstigt ist, also Angestellter bzw. Beamter ist, oder
  • Sie die Aufstockungsoption wahrnehmen und den Pauschalbetrag des Arbeitgebers aus eigenen Mitteln aufstocken.

Wer sich als Mini-Jobber etwas Geld hinzuverdient, hat aufgrund seines geringen Einkommens wenig Möglichkeiten einer zusätzlichen Altersversorgung. Die Pauschalbeiträge des Arbeitsgebers in Höhe von 15 % schaffen keine nennenswerte Rentenansprüche. Wer ein ganzes Jahr als Mini-Jobber arbeitet und angenommene 400 € dazu verdient, erarbeitet sich gerade mal einen monatlichen Rentenanspruch von 3,16 € (West) bzw. 2,78 € (Ost). Im Haushaltsbereich ist es sogar noch weniger, weil nur ein Pauschalbeitrag von 5 % eingezahlt wird. Hier beträgt die spätere Monatsrente gerade mal 1,07 €.

Um eine zusätzliche Altersversorgung aufzubauen, haben auch geringfügig Beschäftigte eine Möglichkeit: Die Minijobrente. Dabei wird dem Beschäftigten die Möglichkeit geboten, ohne finanziellen Aufwand und ohne Einkommenseinbuße eine Altersversorgung aufzubauen. Gleichzeitig können die vorgesehenen Vergünstigungen genutzt werden.

Und das funktioniert wie folgt:

Als geringfügig Beschäftigter vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine geringe Arbeitszeiterhöhung. Im Gegenzug zahlt Ihr Arbeitgeber statt der (ggf. schädlichen) Lohnerhöhung einen Rentenbeitrag in die betriebliche Altersversorgung ein. Zur Wahl steht eine Direktversicherung oder eine Unterstützungskasse. Sie zahlen also kein Geld, sondern bringen mehr Arbeitszeit ein. Damit bringt die zusätzliche Altersvorsorge keine Einkommenseinbußen und kommt zudem den Wünschen vieler Mitarbeiter entgegen, etwas mehr arbeiten zu können, ohne gleichzeitig den Status der Sozialversicherungsfreiheit zu verlieren.

Wichtig ist, dass diese Altersversorgung pfändungs- und Hartz IV-sicher ist. Zudem müssen die Minijobber keine Steuern und Sozialabgaben auf den Arbeitgeber-Beitrag zur Minijobrente bezahlen.

Der Arbeitgeber freut sich, weil er für die Mehrarbeit die Pauschalabgabe an die Minijobzentrale von 30 % spart. Außerdem kann er diese Ausgaben sogar als Betriebsausgaben absetzen.

Welche Riester-Förderung steht Ihnen zu?

Der Staat fördert Ihre Beiträge zur privaten Altersvorsorge mit der Altersvorsorgezulage und ggf. einem ergänzenden Sonderausgabenabzug ("Riester-Förderung").

Seit dem 1. Januar 2008 gelten folgende Förderregeln:

  • Altersvorsorgezulage: Ihnen steht die Grundzulage von 154 € und die Kinderzulage von jeweils 185 € für jedes Kind zu. Für Kinder, die ab dem 1. Januar 2008 geboren sind, beträgt die Kinderzulage 300 € pro Jahr. Jugendliche unter 25 Jahren erhalten zudem einen zusätzlichen Bonus von einmalig 200 €, der für das erste Beitragsjahr gewährt wird.
  • Mindesteigenbeitrag: Der Staat verpflichtet Sie, einen Eigenanteil zu leisten, um die Zulage in voller Höhe zu erhalten. Sie müssen 4 % des Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlen, mindestens jedoch 60 € (Sockelbetrag). Nach oben ist die Höhe insgesamt auf 2.100 € ebenfalls begrenzt und umfasst sowohl die eigene Einzahlung als auch den Zulagenanspruch.
  • Sonderausgabenabzug: Sie können als Berechtigte Ihre Eigenbeiträge mitsamt Zulagenanspruch bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 € als Sonderausgaben absetzen. Um eine Steuerminderung zu erreichen, muss der Steuervorteil höher sein als die Altersvorsorgezulage. Das Finanzamt prüft dies von Amts wegen im Rahmen der Steuererklärung ("Günstigerprüfung").

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