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Riester-Rente: Vertrauen der Deutschen schwindet

1,5 Millionen Sparer müssen nach radikalem Vorgenen des Finanzministeriums zu Unrecht gezahlte Beiträge zurück erstatten und verlieren das Vertrauen in die staatlich geförderte Vorsorge. Weniger als 10 % aller Deutschen erwägen noch den Abschluss eines Riester-Vertrages.

Wie das Handelsblatt berichtet, sehen die Deutschen das Image der staatlich geförderten Privatrente beschädigt. Zweidrittel der Bevölkerung (66 Prozent) hätten nach Rückforderungen des Bundesfinanzministeriums das Vertrauen verloren. Bei mehr als einer Millionen fälle wurden die gewährten Zulagen vom Inhaber der Riester-Renten-Policen zurückgefordert. Diese Zahlen ergab nach Information des Handelsblatts eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor sowie des Marktforschers Toluna. Sie hatten 1.000 Bundesbürger befragt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass hier kurzfristig der Vertrauensverlust entstanden ist, den die Regierung vermeiden wollte.

Zu den größten Folgen der Rückforderungswelle des Finanzministeriums zählen die Abkehr vom Riester-Modell und Stärkung eigener Altersvorsorgemodelle ohne staatliche Förderung wie beispielsweise der Erwerb einer Immobilie zur Ergänzung der staatlichen Rente oder eine betriebliche Altersversorgung. Nur sieben Prozent der Bevölkerung erwägt noch den Abschluss einer Rieser-Rente.

Auf Druck der unkundeigen Vorsorgesparer will die Bundesregierung nun umschwenken und denjenigen der rund 1,5 Millionen betroffenen Sparer entgegenkommen, die wegen eines von ihnen nicht zu vertretenden Fehlers Geld zurückzahlen sollen. Alledings wies das Finanzministeriums schon darauf hin, dass dies in den wenigsten Fällen zutreffen würde. Bei dem Großteil der Betroffenen hätten die Auflösung der Verträge oder einen von Anfang an zu geringer Eigenbeitrag zur Rückforderung geführt.

Offenbar ist den meisten Deutschen nicht bekannt, dass die Riester-Rente nur deshalb eingeführt wurde, um die Senkung des Renten-Niveaus durch Eigenleistung zu begegnen, also eine Rentenkürzung durch Eigenleistung auffangen sollten (siehe auch die folgenden beiden Videofilme).

Die meisten Personen (37 Prozent), die nach ihrer persönlichen Situation befragt wurden, gaben an, bestehende Rentenlücken privat schließen zu müssen und sich dazu an einen Versicherungsmakler oder Finanzdienstleister wenden zu wollen (25 Prozent). Fast die Hälfte ( 47 Prozent) gab jedoch an, auch in absehbarer Zeit keine Initiative zur Verminderung der Rentenlücke ergreifen zu wollen.

Video "Riester-Rente" Teil 1

Video "Riester-Rente" Teil 2

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verwendetes Original-Photo:

Andrzej Bardyszewski - Fotolia.com
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