Insolvenzschutz über PSVaG

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Insolvenzschutz in der Krise

Wie sich ein Unternehmen wirtschaftlich entwickelt kann niemand seriös vorhersagen. 16.142 Unternehmenspleiten, die laut Auskunft Statistischem Bundesamt allein im ersten Halbjahr 2009 zu beklagen waren, zeigen, dass es auch ein Ende mit der Sicherheit des Arbeitsplatzes geben kann. Um dem berechtigten Bedürfnis des Arbeitnehmers nach Sicherheit seiner erworbenen Ansprüche gerecht zu werden, mussten Maßnahmen ergriffen werden, die dies sicherstellen.
Und die Steigerung der Insolvenzen um fas 15 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 zeigt, wie wichtig dieses Instrument der Sicherung der Renten und unverfallbaren Anwartschaften ist.

Daher wurden bei der Direktzusage, der Unterstützungskasse, beim Pensionsfonds eingeschränkt auch bei der Direktversicherung nach § 14 BetrAVG ein besonderer Insolvenzschutz gesetzlich geregelt. Dafür zuständig ist der Pensions-Sicherungs-Verein auf Gegenseitigkeit (PSVaG oder auch PSV) in Köln. Der PSV ist die Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Wirtschaft zum Schutz der betrieblichen Altersversorgung bei Insolvenz des Arbeitgebers. Im Falle einer Unternehmensinsolvenz übernimmt der PSV die Versorgung aller Arbeitnehmer mit einem Anspruch auf eine insolvenzgeschützte Betriebsrente.

Aktuell erbringen etwas mehr als 73.000 Arbeitgeber Beiträge für diese Insolvenzsicherung und müssen zusätzlich zu den Leistungen für die betriebliche Altersversorgung gezahlt werden ( § 10 BetrAVG). Der Wert ihrer Verpflichtungen gegenüber den rund 10 Millionen Betriebsrentnern und -Anwärtern liegt bei etwa 277 Milliarden Euro.

Der Insolvenzschutz wird über Mitgliedsbeiträge finanziert. Während der Beitrag für das Jahr 2008 noch bei 1,8 Promille lag, dürfte er für das Jahr 2009 steigen. Diese Beiträge einzusparen ist nur über einen Wechsel des Durchführungswegs möglich. Wer auf die Variante ohne Insolvenzsicherungspflicht ausweicht und als betriebliche Altersversorgung eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung wählt, braucht keine Beiträge in den PSV zu zahlen. Beim Pensionsfonds werden geringere Beiträge fällig.
Die Pensionskasse und Unternehmen, die eine Direktversicherung anbieten, unterliegen der staatlichen Versicherungsaufsicht nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Hier achtet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auf die Beschränkungen hinsichtlich der Anlage des zugeführten Kapitals.

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Markus Bormann - Fotolia.com

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