Vollmachten

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Vier Formulare für eine selbstbestimmte Zukunft

Vorsorgevollmacht Informationen "Vorsorgevollmacht"

Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigen Sie eine Person Ihres Vertrauens, im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für Sie zu erledigen. Diese Person würde zu Ihrem "Vertreter im Willen".
Patientenverfügung Informationen "Patientenverfügung"

Durch eine Patientenverfügung erklären Sie für den Fall, dass Sie Ihren Willen nicht mehr (rechtlich bindend) erklären können, wie Sie sich ärztliche Eingriffe ( z. B. bei lebensverlängernden Maßnahmen ) vorstellen.

Betreuungsverfügung Informationen "Betreuungsverfügung"

Treffen Sie mit einer Betreuungsverfügung die Entscheidung über Ihre persönliche und selbstbestimmte Vorsorge für den Fall, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihre eigenen Angelegenheiten zu erledigen.

Regeln Sie alles, so lange Sie Ihre Entscheidungen noch selbst treffen können.

Es gibt viel Wichtiges für einen Menschen: Partner, Familie, Freunde, Glück, Wohlstand, unzählige Wünsche - und Gesundheit. Man hat Vorstellungen davon, wie das Leben verlaufen soll, vor allem im "dritten Lebensabschnitt": sich endlich Zeit für Hobbys zu nehmen, Orte zu besuchen, die man schon immer sehen wollte, sich mehr der Familie und seinen Freunden zu widmen.

Sein Leben genießen zu können setzt Entscheidungen voraus. Entscheidungen, was man wann wie und wo macht. Dabei wünschen wir uns, nie in eine Situation zu kommen, in der wir nicht mehr für uns selber entscheiden können.

Doch was ist, wenn es tatsächlich anders kommt als geplant? Wir wissen, wie schnell und unerwartet so etwas - gewissermaßen von einem Augenblick zum anderen- passieren kann: einem Unfall oder einer Krankheit folgt Behinderung und die zieht oft Pflegebedürftigkeit nach sich. In vielen Fällen kann eine solche Situation vorhersehbar sein, weil es sich durch einen bestimmten Krankheitsverlauf so ergibt oder auch durch hohes Alter.

Doch wenn es plötzlich und unvorhersehbar passiert, sollte man vorher alles geregelt haben. Wer nicht möchte, dass ein anderer über das Ob und das Wie seiner Zukunft entscheidet, der sollte sich mit seiner eigenen Vorsorge beschäftigen.

Auch Ehepartner können füreinander nur mit Vollmacht Entscheidungen treffen

Wer nicht mehr für sich selbst sprechen kann, kann auch keinen Papierkram mehr regeln. Man kann nicht mehr entscheiden, ob man in einem Pflegeheim oder von Angehörigen zu Hause versorgt wird oder wer an das Konto darf. Ärzte sind verpflichtet, Sterben unter Einsatz aller medizinischer Möglichkeiten hinauszuzögern. Wer will da nicht über sein eigenes Schicksal mitentscheiden? Wer will da nicht mitreden, so lange das eigene Wort noch Bedeutung hat?

Der medizinische Fortschritt macht es möglich, heute Menschen zu helfen, die vor 50 Jahren keine Chance hatten. Er macht aber auch Angst vor Leidens- und Sterbensverlängerung. Ärzte brauchen vor jeder Behandlung, jeder Einleitung sowie die Fortführung einer Therapie die Zustimmung des Betroffenen - solange der kranke Mensch noch entscheidungsfähig ist.

Sollte dies nicht der Fall ist, kann eine Person des eigenen Vertrauens nur dann rechtlich wirksame Entscheidungen treffen, wenn der Behandelte sie vorher durch eine Vollmacht legitimiert hat. Das gilt für nahe Verwandte ebenso wie für Ehepartner untereinander: Jeder kann nur für einen anderen entscheiden, wenn eine Vollmacht erteilt wurde.

Vier Formulare sichern eine Zukunft mit eigenen Entscheidungen

Wie stellt man den Willen eines Menschen fest, wenn er seinen Willen nicht mehr äußern kann? Neben der betroffenen Person sind in den meisten Fällen auch nahe stehende Menschen damit konfrontiert. Ohne Vollmacht weiß niemand, wie man bei einem konkret beschriebenen Krankheitszustand reagieren soll. Ob bestimmte medizinische Maßnahmen ergriffen oder unterlassen werden sollen.

Nur mit einer Patientenverfügung kann man seinen Willen und seine individuellen Wünsche für den Fall festlegen, dass man zu einer freien Willensäußerung nicht mehr in der Lage ist.

Darüber hinaus können weitere drei Schriftstücke von Bedeutung sein:

Die Vorsorgevollmacht dient dem Fall, dass ein Unfall, eine Behinderung oder eine Krankheit Ihnen ein selbstbestimmtes Leben nicht mehr ermöglicht. Sie können eine oder mehrere Personen benennen, die an Ihrer Stelle Entscheidungen treffen dürfen bzw. sollen. Sprechen Sie diese Person(en) vorher auf die Ihnen wichtige Themen an, um sicherzustellen, dass gemeinsame Wertvorstellungen gegeben sind. Außerdem sollte die benannte Person auch bereit sein, diese Verantwortung auf sich zu nehmen.

Die Betreuungsverfügung wird für den Fall festgelegt, dass Sie keine Möglichkeit sehen, eine Person zu bevollmächtigen oder den gerichtlich kontrollierten Weg bevorzugen. Sie geben richtungsweisende Verfügungen für eine etwaige spätere Betreuung und in Bezug auf die Person eines Betreuers. Im Falle Ihrer Entscheidungs- und Handlungsunfähigkeit wird vom Vormundschaftsgericht ein Betreuer eingesetzt. Gemeinsam werden Ihre Verfügungen dann berücksichtigt.

Der Notfallpass enthält alle wichtigen Angaben aus der Patientenverfügung ähnlich einer Scheckkarte und gibt Ihren Willen im medizinischen Notfall bekannt. Es handelt sich im wesentlichen um Ihren Willen zu Reanimation, Schmerzmedikation, Intensivmedizin sowie Organentnahme.

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