Gefahr im Haus

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Die Küche: Gefahrenquelle Nummer 1

Kinder verunglücken mit Abstand am häufigsten in der Küche. Die größte Gefahr geht hier naturgemäß vom Herd aus, dem man deshalb besondere Aufmerksamkeit schenken sollte:

  • Sichern Sie des Kochfelds gegen ein Herunterziehen der Töpfe.
  • Griffe und Stiele von Töpfen und Pfannen immer nach hinten drehen.
  • Kochen Sie bevorzugt auf den hinteren Kochfeldern.
  • Nutzen Sie schwerer Töpfe, die das Kind nicht heben oder bewegen kann.
  • Sicherung des Backofenfensters und der Kochfelder gegen Berührung.

Aus den Augen, aus dem Sinn

Die Küche steckt für Kinder voller faszinierender "Spielzeuge". Die beste Vorbeugung gegen Verletzungen ist hier das sofortige Wegräumen gefährlicher Geräte und Küchenwerkzeuge an unerreichbare Plätze.

60.000 ärztlich behandelte Vergiftungen pro Jahr sind zudem ein Alarmzeichen für zu sorglosen Umgang mit Haushalts-Chemikalien. Zur Sicherheit stets Haushaltsreiniger mit kindersicheren Verschlüssen kaufen und niemals Reinigungsflüssigkeiten in Getränkeflaschen umfüllen.

Gefährlicher "Erlebnishunger"

Auch Dinge, von denen augenscheinlich kein Risiko ausgeht, können für Kinder zur gesundheitlichen Gefahr werden.

Einige Lebensmittel sind für Kinder nicht geeignet oder dürfen nur in gekochtem Zustand verzehrt werden - wie etwa grüne Bohnen (erhebliche Verdauungsbeschwerden bis hin zu starken Magenkrämpfen). Zudem nehmen Kinder Dinge ohne Widerwillen in den Mund, bei denen ein Erwachsener sich überwinden müsste.

Alkoholische Getränke sollten Sie niemals offen stehen lassen (schon geringste Mengen können bei Kindern zu Vergiftungen führen) und verdorbene Lebensmittel sofort beseitigen.

Beliebter Abenteuerspielplatz

Die Küche übt auf Kinder eine ungeheure Faszination aus und wird schnell zum gefahrvollen Abenteuer-"Spielplatz" umfunktioniert.

Immer wieder ereignen sich tödliche Unfälle, weil ein Kind beim Versteckspielen in eine Kühltruhe, einen Einbau- oder Kühlschrank kriecht und die ins Schloss gefallene Tür von innen nicht mehr entriegeln kann. Solche "Fallen" sollten Sie mit zusätzlichen Außenverriegelungen sichern.

Weitere Gefahrenquellen:

  • Mit Wasser zu spielen ist eine feine Sache - es birgt aber die Gefahr von Verbrühungen.
  • Tischdecken mit strammen Festhalteklammem gegen Herunterziehen sichern.
  • Bei größeren Kindern den Tisch möglichst immer sofort abräumen und vor allem keine Gefäße mit heißen Flüssigkeiten darauf stehen lassen.
  • Keine Plastik-Einkaufstüten liegen lassen. Als "Mütze" über den Kopf gestülpt können sie zur Erstickung führen.

Im Wohnbereich

Schluss mit der schönen Ordnung

Nichts stellt den Einrichtungsstil und die Dekoration einer Wohnung so gründlich auf den Kopf wie der Einzug eines neuen Erdenbürgers. Stimmte vorher noch das Ambiente vom Fußboden bis zur Decke, so findet die Ästhetik bald nur noch ab ein Meter Raumhöhe statt. Darunter sind sämtliche Regale, Schränke und Ablageflächen leergefegt. Oder sollten es zumindest sein.

Alles, was glitzert, strahlt und leuchtet, ist für Kinder besonders anziehend. Lampen, Kerzen, Glas - die drei größten Gefahrenquellen im Wohnbereich:

  • Auf Wachskerzen am besten ganz verzichten (vor allem am Weihnachtsbaum).
  • Stehlampen nach Gebrauch immer vom Stromnetz trennen.
  • Glaswaren außer Reichweite unterbringen.

Auch wenn man nach einem langen Abend mit Freunden oder vor dem Fernseher eigentlich zu müde dazu ist:

  • Alle gefährlichen Kleinigkeiten - wie Feuerzeuge, Streichhölzer, Stifte - gleich wegräumen (am nächsten Morgen vergisst man das leicht). Verzichten sollte man für einige Zeit ebenso auf den Anblick dekorativer Stücke, wie ausgelegte Münzen, Brieföffner, Setzkastenfiguren und ähnliches. Auch Kinder finden das alles schön - und stecken es möglicherweise in den Mund.
  • Wenn Ihr Kind noch im Krabbelalter ist, freut es sich über jede weiche Unterlage. Sobald es laufen kann, werden Teppiche und Läufer jedoch zu Rutsch- und Stolperfallen. Ein paar Streifen Teppichklebeband können vorbeugen.

Unbedingt Kindersicherungen für Steckdosen installieren.

Für Kinder sind Steckdosen geheimnisvolle Löcher in der Wand - und Geheimnisse gilt es zu enträtseln. Die Folgen können fatal sein.

Besser als herausnehmbare Sicherungen sind solche, die fest in der Dose verankert sind und mit dem Stecker durch Drehen geöffnet werden. Sichern Sie so auch Steckdosen in Räumen, die eigentlich für das Kind tabu sind (z.B. in Abstellkammern) sowie auf Balkonen und Terrassen.

Prüfen Sie die Möglichkeit, einen zentralen 30 mA-FI-Schutzschalter im zentralen Sicherungskasten zu installieren. Er ist wesentlich sensibler als übliche Sicherungen und bietet damit einen bedeutend besseren Schutz. Übrigens nicht nur fürs Kind.

Im Kinderzimmer

Spielraum oder Abstellkammer

Die größte "Gefahr", die von einem Kinderzimmer ausgeht, ist die, dass das Kind es nicht akzeptiert. Das liegt seltener an der Einrichtung des Raums als an seiner Funktion innerhalb des Familienlebens. Vermeiden Sie, dass das Kind sein Zimmer nur als "Abstellraum" für die Nacht und als "Zelle" für begangene Verfehlungen (Stubenarrest) ansieht.

  • Häufig zusammen mit dem Kind in seinem Zimmer spielen.
  • Zeit fürs Zubettbringen und morgendliche Wecken nehmen.
  • Die Mutter hat so zumindest akustischen Kontakt zum Kind, während es in seinem Zimmer spielt.
  • Alle Spielsachen leicht erreichbar unterbringen (nicht auf Schränken oder in hohen Regalen).
  • Regale und am besten auch Schränke und Kommoden durch Festdübeln in der Wand gegen Umkippen sichern.

Fenster und Balkontüren sichern Sie entweder durch abschließbare Griffe oder durch außen angebrachte Schutzgitter gegen Öffnen und Hinauslehnen.

Im Kinderzimmer vorhandene Heizstrahler oder Heizdecken, Steh- und Tischleuchten immer vom Stromnetz trennen, wenn das Kind allein im Zimmer ist.

Leitungen von Trafos für Spielzeugeisenbahnen etc. so verlegen, dass sie nicht zu Stolperfallen werden.

Schlüssel der Kinderzimmertür entfernen und nicht von innen stecken lassen.

Im Badezimmer

Wo es blubbert, sprüht und duftet

Eine wahre Explosion für die kindlichen Sinne: das Badezimmer. Hier glänzen und funkeln Tiegel und bunte Fläschchen. Hier zischt es aus Dosen und sprüht es aus Flakons. Hier duftet das Parfum und blubbert der Badeschaum. Und hier veranstalten Vater und Mutter faszinierende Dinge: die Rasur mit dickem "Schnee" im Gesicht, das Schminken mit farbigen Stiften und samtweichen Pinseln. Dinge, die nur Erwachsene machen dürfen und die deshalb doppelt begehrenswert sind.

Es wäre falsch, dem Kind diese Erlebnisse vorzuenthalten - denn im Badezimmer lernt es die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und dessen Pflege am Beispiel seiner Eltern.

Dennoch ist einige Vorsicht geboten: Kosmetika und scharfe Gegenstände, wie Scheren, Rasiermesser und -klingen sowie Feilen sicher wegschließen. Keine Reinigungsmittel und Medikamente offen im Bad deponieren.

Alle beweglichen Elektroartikel, etwa Fön, Lockenstab, elektrische Zahnbürsten aus der Nähe von Wanne, Dusche und Waschbecken entfernen und nach Gebrauch immer vom Stromnetz trennen. Duschtassen und Wanne durch Gummimatten gegen Ausrutscher sichern (auch Badvorleger können zum "Schlitten" werden).

Keine Schlüssel innen an Badezimmer- oder Toilettentür stecken lassen.

Treppen

Das ewige Rauf und Runter

Das Treppenproblem beschäftigt vor allem Eltern, die in einem Haus oder einer Maisonettewohnung leben. Für ihr Kind ist die Grenze zwischen Himmelsstürmer und "gefallenem Engel" haarscharf gesteckt. Treppenstürze liegen in der Heim-Unfallstatistik für Kinder mit an der Spitze. Schon das beweist, wie wichtig gerade hier eine umfassende Sicherung ist.

  • Alle Treppen des Hauses oder der Wohnung beidseitig mit Schutzgittern sichern (am Treppenbeginn und -ende).
  • Darauf achten, dass das Kind keine Möglichkeit hat, Stühle oder Kisten an das Schutzgitter zu rucken (und es so zu übersteigen).
  • Auch Außenkellertreppen nicht ungesichert lassen.
  • Flur und Treppenhaus ausreichend beleuchten.
  • Keine Gegenstände auf den Treppenstufen liegen lassen (Stolpergefahr!).
  • Teppiche auf den Treppenstufen absolut rutschsicher befestigen.
  • Holzgeländer und Randläufe regelmäßig auf Absplitterungen überprüfen.

Im Keller

Wo die Gespenster hausen

Kein Hausbereich ruft in Kindern wohl so zwiespältige Gefühle hervor wie der Keller.

Kein Wunder, denn schließlich leben dort ja Gespenster, Geister, vielleicht sogar Drachen oder Schlangen - jedenfalls all das, was einem im Dunkeln begegnen kann.

Andererseits, und das macht die Sache schwierig, sind da unten auch Papas unglaublich interessantes Werkzeug, die elektrische Eisenbahn, für die man zur Zeit angeblich noch zu klein ist, und allerlei andere tolle Dinge. Gründe genug jedenfalls, um den Kampf mit allen Ungeheuern aufzunehmen und in die dunklen Katakomben hinabzusteigen - am besten und sicherheitshalber in Begleitung von Freunden, und ohne dass die Eltern es mitbekommen.

Deshalb sollten Sie vorgesorgt haben:

  • Alle Kellerräume immer sofort nach dem Verlassen abschließen und die Schlüssel an einem sicheren Ort deponieren.
  • Keine Gegenstände, vor allem keine Werkzeuge und Reinigungsmittel, im Kellervorraum lagern oder stehen- bzw. liegen lassen.
  • Auch Außenkellertüren immer verschlossen halten (vor allem, wenn das Kind unbeobachtet im Garten spielt und das "Schlupfloch" zum Keller nutzen könnte).
  • In Mehrfamilienhäusern auch die Mitbewohner bitten, die Kellereingangstür stets zu verschließen.

In der Garage

Ich will Spaß, ich geb' Gas

Ihr Kind muss nicht gleich zum "Geisterfahrer" werden, um eine brenzlige Situation in der Garage heraufzubeschwören. Denn gerade dort findet sich vieles, was - als Spielzeug umfunktioniert - äußerst gefährlich werden kann.

  • Sämtliche offenen Regale aus der Garage verbannen und durch abschließbare Schränke ersetzen.
  • Keine Benzinkanister, Öle, Schmier- und Lösungsmittel offen in der Garage lagern.
  • Werkzeuge sicher wegschließen.
  • Winter- oder Sommerreifen und Felgen nicht einfach in einer Ecke stapeln, sondern in für das Kind unerreichbarer Höhe sicher an der Wand befestigen.
  • Abgestellte Autos immer abschließen (auch den Kofferraum) und niemals mit eingestecktem Zündschlüssel in der Garage stehen lassen.
  • Eventuell in der Garage geparkte Motorräder mit einem in der Wand verankerten Sicherheitsbügel gegen Umkippen sichern.
  • Möglichst keine Kinderspielzeuge in der Garage unterbringen.
  • Garagentore und -türen immer verschließen.

Im Garten

Glücklich das Kind, das einen "eigenen" Garten hat. Hier erlebt es den Kontakt zur Natur, kann nach Herzenslust toben und die phantastischsten Abenteuer erleben.

Denn was für Erwachsene lediglich eine hübsch bepflanzte Rabatte ist, kann für ein Kind der Dschungel sein. Was wir einen Tümpel nennen, ist für die Kleinen im Spiel der unendliche Ozean. Und die Schmuddelecke hinterm Gartenschuppen wird kurzerhand zum Piratennest erklärt.

Lassen wir den Abenteurern ihr Vergnügen und sorgen dafür, dass der Spaß am Spiel nicht durch Gefahren getrübt wird.

  • Gartenhäuser mit Werkzeugen und Geräten immer verschlossen halten.
  • Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel besonders sicher verwahren (am besten in einem abschließbaren Schrank innerhalb des Gartenhauses).
  • Leere Verpackungen und Sprühdosen stets sofort entsorgen.
  • Gartengeräte, wie Rasenmäher, Hacken, Harken, Spaten etc. immer sofort nach Verwendung wieder im Schuppen unterbringen.
  • Teiche, Regenwasser-Auffangtonnen und Bottiche gründlich absichern (entweder durch unüberwindliche Umwehrungen oder fest verankerte Abdeckungen).
  • Eine sowohl unter optischen als auch sicherheitstechnischen Aspekten optimale Absicherung von Gartenteichen bieten Schutzgitter, die etwa 10 cm unterhalb des Wasserspiegels fest verankert werden. Sie sind in Baumschulen und Baumärkten erhältlich und sollten vom Fachmann installiert werden.
  • Falls Sie nicht für einige Jahre auf den Einsatz von chemischen Unkraut- und Ungeziefervernichtungsmitteln verzichten wollen, sollten sie behandelte Bereiche deutlich erkennbar abgrenzen und dem Kind die vorübergehende Gefahr deutlich machen.
  • Die Bepflanzung Ihres Gartens auf eventuell für Kinder giftige oder gesundheitsschädliche Sträucher und Stauden prüfen.
  • Nur Gartenspielgeräte, die die offiziellen Prüfsiegel führen, installieren.
  • Kinderspielzeug möglichst nicht im Gartenhaus zusammen mit Werkzeugen und Geräten deponieren.
  • Besser und praktischer ist eine Holzbox mit leicht zu öffnendem Deckel neben dem Schuppen oder am Sandkasten. Sandkasten sowie auch Schaukeln, Rutschen etc. möglichst in der Nähe des Hauses und von dort gut einsehbar platzieren.
  • So ist das Kind auch dann zu beaufsichtigen, wenn es ohne elterliche Begleitung im Garten spielt. Gartentore stets verschlossen halten (damit sich der Nachwuchs nicht unbemerkt auf Entdeckungsreise begibt).

Haustiere

Tiere sind für die kindliche Entwicklung etwas außerordentlich Gutes. Sie sind Spielgefährten, Vertraute, Seelentröster und Mutmacher. Wenn dem Kind klar ist, dass ein Haustier nicht nur Vergnügen, sondern auch Pflichten mit sich bringt, ist gegen einen tierischen Hausgenossen nichts einzuwenden.

Das sind die wichtigsten Punkte, die beachtet werden sollten:

  • Dem Kind sollten die Verhaltensweisen und Stimmungssignale des Tieres verständlich gemacht werden.
  • Babys und Kleinkinder gehören nicht unbeobachtet mit einem Hund oder einer größeren Katze in einen Raum oder in den Garten.
  • Haustiere nicht im Zimmer des Babys oder Kleinkindes schlafen lassen.
  • Dem Kind sehr intensiv die richtige Behandlung des Tieres erklären.
  • Regelmäßige Wurmkuren bei Hunden und Katzen durchführen lassen.
  • Auf äußerste Hygiene (Katzentoilette, Fressnapf) achten.
  • Ist bereits ein Haustier vor der Geburt des Kindes vorhanden, sollte man auf mögliche Eifersüchteleien des Tieres gegenüber dem Kind achten. Schenken Sie dem gekränkten Haustier dann etwas mehr Beachtung.

Die Hausapotheke

Manche Hausapotheken verwandeln sich innerhalb kürzester Zeit in ein Medikamenten-Restelager. Da geht schnell der Überblick und die nötige Sicherheit verloren. Deshalb gilt auch hier die Regel: Weniger ist oft mehr.

Das muss eine wohlgeordnete, kindgerechte und schnell einzusetzende Hausapotheke wirklich enthalten:

  • 1 Spule Heftpflaster
  • 3 elastische Wundschnellverbände
  • 1 großes steriles Verbandpäckchen
  • 3 mittlere sterile Verbandpäckchen
  • 1 Verbandtuch
  • 3 große Mullbinden 3 kleine Mullbinden
  • 6 Zellstoff-Mullkompressen
  • Dreiecktuch
  • Verbandschere
  • Sicherheitsnadeln
  • Pinzette
  • Heftpflaster in verschiedenen Größen
  • Wunddesinfektionsmittel (jodfrei)
  • Sprühpflaster
  • Fieberthermometer
  • Fieberzäpfchen (altersentsprechend)
  • Nasentropfen
  • Hustensaft
  • Creme gegen Prellungen und Zerrungen
  • Heilsalbe
  • Mittel gegen Insektenstiche
  • Zahnungshilfe-Creme
  • Anleitungsheft zur Ersten Hilfe
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