Allg. Bedingungen für die Bauwesenversicherung von Gebäudeneubauten durch Auftraggeber (ABN)

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§ 5 Versicherungssummen

  1. Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, die gesamten Bauleistungen gemäß § 1 Nr. 1 einschließlich aller Baustoffe und Bauteile zu versichern, und zwar auch dann, wenn das Bauvorhaben nachträglich erweitert wird.
  2. Die Versicherungssummen sind zu bilden
    1. für die gemäß § 1 Nr. 1 versicherten Bauleistungen und für mitversicherte Sachen gemäß § 1 Nr. 2 a bis c aus den gesamten Herstellungskosten, einschließlich der Stundenlohnarbeiten und einschließlich des Neuwertes der durch die Bauunternehmer gelieferten Baustoffe und Bauteile; ist der Versicherungsnehmer zum Vorsteuerabzug nicht berechtigt, so ist die Mehrwertsteuer aus den Herstellungskosten in die Versicherungssumme einzubeziehen;
    2. für Baustoffe und Bauteile, die der Auftraggeber zur Verfügung stellt, aus deren Neuwert einschließlich der Kosten für die Anlieferung und für das Abladen;
    3. für versicherte Hilfsbauten und Bauhilfsstoffe (§ 1 Nr. 2 d) aus deren Neuwert.
  3. In die Versicherungssummen sind nicht einzubeziehen
    1. Kosten von Leistungen und Sachen gemäß § 1 Nr. 2 und 3, die nicht versichert sind;
    2. Grundstücks- und Erschließungskosten;
    3. Baunebenkosten, wie Makler-, Architekten- und Ingenieurgebühren, Finanzierungskosten und behördliche Gebühren.
  4. Nach Ende der Haftung des Versicherers sind die Versicherungssummen (Nr. 2) aufgrund eingetretener Veränderungen endgültig festzusetzen. Für die Bauleistungen sind die Schlußrechnungen maßgebend; Berichtigungen, die Versicherungsnehmer und Unternehmer anerkannt haben, sind zu berücksichtigen. Die Schlußrechnungen und deren Berichtigungen sind dem Versicherer unverzüglich vorzulegen.
  5. Versicherungssummen auf Erstes Risiko können vereinbart werden für
    1. Baugrund und Bodenmassen (§ 1 Nr. 2 e);
    2. Schadensuchkosten (§ 9 Nr. 2 b);
    3. zusätzliche Aufräumungskosten (§ 9 Nr. 2 b) für den Fall, daß infolge von Aufräumungskosten die Versicherungssumme überschritten wird.
  6. Die Versicherungssummen vermindern sich nicht dadurch, daß eine Entschädigung geleistet wird.
  7. Übersteigt die Versicherungssumme den Wert der versicherten Sachen erheblich, so kann sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Versicherer nach Maßgabe des § 51 VVG die Herabsetzung der Versicherungssumme und der Prämie verlangen.
  8. Im Falle einer Doppelversicherung gelten §§ 59 und 60 VVG.
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