Allgemeine Deutsche Seeversicherungsbedingungen ADS - Besondere Bestimmungen für die Güterversicherung (ADS Güterversicherung 1973 in der Fassung 1984)

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1. Umfang der Versicherung

  1. Versicherte und nicht versicherte Gefahren
    1. Der Versicherer trägt alle Gefahren, denen die Güter während der Dauer der Versicherung ausgesetzt sind.
    2. Ausgeschlossen sind die Gefahren
      1. des Krieges, Bürgerkrieges oder kriegsähnlicher Ereignisse und solche, die sich unabhängig vom Kriegszustand aus der feindlichen Verwendung von Kriegswerkzeugen sowie aus dem Vorhandensein von Kriegswerkzeugen als Folge einer dieser Gefahren ergeben;
      2. von Streik, Aussperrung, Arbeitsunruhen, terroristischen oder politischen Gewalthandlungen, unabhängig von der Anzahl der daran beteiligten Personen, Aufruhr und sonstigen bürgerlichen Unruhen;
      3. der Kernenergie;
      4. der Beschlagnahme, Entziehung oder sonstiger Eingriffe von hoher Hand;
      5. der Zahlungsunfähigkeit und des Zahlungsverzuges des Reeders, Charterers oder Betreibers des Schiffes oder sonstiger finanzieller Auseinandersetzungen mit den genannten Parteien.
    3. Für den Einschluß der Gefahren gemäß Ziffern 1.1.2.1 bis 1.1.2.4 gelten die entsprechenden DTV-Klauseln. Sind sie dem Vertrag nicht beigefügt, so gelten die letzten vor Beginn der Versicherung im Bundesanzeiger veröffentlichen Fassungen.
  2. Deckungsformen

    Volle Deckung (falls nichts anderes vereinbart)
    Der Versicherer leistet ohne Franchise Ersatz für Verlust oder Beschädigung der versicherten Güter als Folge einer versicherten Gefahr.

    Strandungsfalldeckung (falls vereinbart)
    Der Versicherer leistet ohne Franchise Ersatz für Verlust oder Beschädigung der versicherten Güter als Folge der nachstehenden Ereignisse:

    1. Strandung; eine Strandung liegt vor, wenn das die Güter befördernde Schiff auf Grund stößt oder auf Grund festgerät, kentert, sinkt, scheitert, mit anderen Fahrzeugen oder Sachen zusammenstößt oder durch Eis beschädigt wird;
    2. Unfall eines die Güter befördernden anderen Transportmittels;
    3. Einsturz von Lagergebäuden;
    4. Brand, Blitzschlag, Explosion, Erdbeben, Seebeben, vulkanische Ausbrüche und sonstige Naturkatastrophen; Anprall oder Absturz eines Flugkörpers, seiner Teile oder seiner Ladung;
    5. Überbordwerfen. Überbordspülen oder Überbordgehen durch schweres Wetter;
    6. Aufopferung der Güter;
    7. Entladen, Zwischenlagern und Verladen von Gütern in einem Nothafen, der infolge des Eintritts einer versicherten Gefahr angelaufen wurde. Der Versicherer leistet ferner ohne Franchise Ersatz für: Totalverlust ganzer Kolli, ausgenommen Verlust infolge Beschädigung oder durch Abhandenkommen (z. B. Diebstahl, Unterschlagung, Nicht oder Falschauslieferung) und Totalverlust ganzer Kolli infolge Beschädigung durch Unfall beim Be- und Entladen des Transportmittels.
  3. Besondere Fälle
    1. Deckladungsgüter
      Für Güter, die mit Zustimmung des Versicherungsnehmers auf Deck verladen sind, gilt nur die Strandungsfalldeckung. Güter in allseitig geschlossenen Containern oder Seeschiffsleichtern sind auf Deck zu den gleichen Bedingungen wie im Raum versichert.
    2. Vorreise- und Retourgüter
      Für Güter, die auf der versicherten Reise im Anschluß an eine andere Reise weiter- oder zurückbefördert werden (Vorreise- oder Retourgüter), gilt nur die Strandungsfalldeckung, es sei denn, daß dieser Umstand dem Versicherer bei Schließung des Vertrages angezeigt wurde oder ihm bekannt sein mußte oder daß der Schaden nur auf der versicherten Reise entstanden sein kann.
    3. Beschädigte Güter
      Sind die Güter bei Beginn der versicherten Reise beschädigt, so leistet der Versicherer für einen Verlust oder eine Beschädigung nur Ersatz, wenn die bei Reisebeginn vorhandene Beschädigung ohne Einfluß auf den während der versicherten Reise eingetretenen Schaden war.
  4. Nicht ersatzpflichtige Schäden
    1. Der Versicherer leistet keinen Ersatz für Schäden, verursacht durch
      1. eine Verzögerung der Reise;
      2. inneren Verderb oder die natürliche Beschaffenheit der Güter;
      3. handelsübliche Mengen-, Maß- und Gewichtsdifferenzen oder -verluste, die jedoch als berücksichtigt gelten, sofern hierfür eine Abzugsfranchise vereinbart ist;
      4. normale Luftfeuchtigkeit oder gewöhnliche Temperaturschwankungen;
      5. Fehlen oder Mängel handelsüblicher Verpackung.
    2. Der Versicherer leistet ferner keinen Ersatz für mittelbare Schäden aller Art.
  5. Versicherte Aufwendungen und Kosten
    1. Der Versicherer ersetzt
      1. den Beitrag, den der Versicherungsnehmer zur großen Havarie aufgrund einer nach Gesetz oder den York-Antwerpener Regeln aufgemachten Dispache zu leisten hat, soweit durch die Havarie-Maßregel ein dem Versicherer zur Last fallender Schaden abgewendet werden sollte. Übersteigt der Beitragswert den Versicherungswert, so leistet der Versicherer vollen Ersatz bis zur Höhe der Versicherungssumme. Die Bestimmungen über die Unterversicherung bleiben unberührt.
      2. die Kosten der Umladung, der einstweiligen Lagerung sowie die Mehrkosten der Weiterbeförderung infolge eines versicherten Unfalls nach Beginn der Versicherung, soweit der Versicherungsnehmer sie nach den Umständen für geboten halten durfte oder soweit er sie gemäß den Weisungen des Versicherers aufwendet.
      3. Aufwendungen zur Abwendung oder Minderung des Schaden bei Eintritt des Versicherungsfalles und Kosten der Schadenfeststellung durch Dritte, soweit der Versicherungsnehmer sie nach den Umständen für geboten halten durfte oder soweit er sie gemäß den Weisungen des Versicherers macht.
    2. Der Versicherungsnehmer kann verlangen, daß der Versicherer für die Entrichtung von Beiträgen zur großen Havarie die Bürgschaft übernimmt und den für Aufwendungen zur Schadenabwendung und -minderung erforderlichen Betrag vorschießt.
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