Allgemeine Mehrkosten-Versicherungsbedingungen (AMKB)

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§ 3 Mehrkosten; Haftzeit

  1. Der Versicherer leistet Entschädigung für die Mehrkosten, die der Versicherungsnehmer aufwenden muß, weil der frühere betriebsfähige Zustand einer beschädigten Sache wiederhergestellt oder eine zerstörte Sache durch eine gleichartige ersetzt werden muß.
  2. Der Versicherer leistet keine Entschädigung, soweit die Mehrkosten beruhen
    1. auf Ursachen gemäß § 2 Nr. 2 a) bis 2 e) oder auf außergewöhnlichen, während der Unterbrechung oder Beeinträchtigung der technischen Einsatzmöglichkeit eintretenden Ereignissen;
    2. auf Verderb, Zerstörung oder Beschädigung von Rohstoffen, Halb- oder Fertigfabrikaten oder Hilfs- oder Betriebsstoffen, und zwar - wenn nichts anderes vereinbart ist - auch dann, wenn diese Umstände einen weiteren Sachschaden an einer in dem Verzeichnis der versicherten Sachen aufgeführten Sache darstellen oder verursachen;
    3. auf behördlich angeordneten Wiederherstellungs- oder Betriebsbeschränkungen;
    4. auf dem Umstand, daß dem Versicherungsnehmer zur Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung zerstörter oder beschädigter Sachen nicht rechtzeitig genügend Kapital zur Verfügung steht;
    5. auf dem Umstand, daß beschädigte oder zerstörte Sachen anläßlich der Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung geändert, verbessert oder überholt werden.
  3. Der Versicherer leistet Entschädigung nur, soweit die versicherten Mehrkosten innerhalb der vereinbarten Haftzeit entstehen und nicht auf den vereinbarten zeitlichen Selbstbehalt entfallen.

    Die Haftzeit beginnt mit dem Zeitpunkt, von dem an der Sachschaden für den Versicherungsnehmer nach den anerkannten Regeln der Technik frühestens erkennbar war, spätestens jedoch mit dem Zeitpunkt, von dem an versicherte Mehrkosten entstehen.

    Ist die Haftzeit nach Monaten bemessen, so gelten jeweils 30 Kalendertage als ein Monat. Ist jedoch ein Zeitraum von 12 Monaten vereinbart, so beträgt die Haftzeit ein volles Kalenderjahr.

§ 4 Versicherte Mehrkosten

  1. Versichert sind die Mehrkosten, die in dem Versicherungsschein
    1. im einzelnen bezeichnet sowie
    2. in zeitabhängige und zeitunabhängige aufgeteilt sind.
  2. Jede Art versicherter Mehrkosten, die zeitabhängigen und die zeitunabhängigen Mehrkosten jeweils gesondert, bildet eine Gruppe.
  3. Insbesondere können versichert werden Mehrkosten
    1. für Fremdstrombezug
      • aa) in Form von Arbeitspreisen;
      • bb) in Form von Leistungspreisen;
    2. durch Einsatz anderer Maschinen oder maschineller Einrichtungen;
    3. durch Anwendung anderer Fertigungsverfahren;
    4. für gemietete Maschinen oder maschinelle Einrichtungen;
    5. für Bezug von Halbfertigfabrikaten zur Weiterverarbeitung;
    6. für Bezug von Fertigfabrikaten.

§ 5 Versicherungswert; Bewertungszeitraum, Unterversicherung

  1. Versicherungswert sind die ihrer Art nach versicherten Mehrkosten je Gruppe, die der Versicherungsnehmer innerhalb des Bewertungszeitraums hätte aufwenden müssen, wenn die in dem Verzeichnis der versicherten Sachen aufgeführten, für die Versicherungssumme maßgebenden Sachen während des gesamten Bewertungszeitraumes infolge eines Sachschadens ausgefallen wären.

    Der Bewertungszeitraum beträgt ein Jahr.

    Er endet mit dem Zeitpunkt, von dem an versicherte Mehrkosten nicht mehr entstehen, spätestens jedoch mit dem Ablauf der Haftzeit.

  2. Ist bei Beginn der Haftzeit die Versicherungssumme der von dem Schaden betroffenen Gruppe niedriger als der Versicherungswert, so wird in dieser Gruppe nur der Teil der gemäß § 3, § 4 und § 6 Nr. 1 bis 3 ermittelten Mehrkosten ersetzt, der sich zu dem ganzen Betrag verhält wie die Versicherungssumme zu dem Versicherungswert.

    Ist als Versicherungssumme ein Produkt aus einem Preis (je Einheit) und einer Anzahl von Einheiten (Menge) vereinbart, so ist Abs. 1 nur auf den Mengenfaktor anzuwenden.

  3. Der für jede Gruppe ermittelte Versicherungswert ist auch zugrunde zu legen, wenn eine kürzere Haftzeit als ein Jahr vereinbart ist.

§ 6 Umfang der Entschädigung

  1. Die Mehrkosten werden nur ersetzt, soweit ohne ihren Aufwand eine Betriebsunterbrechung infolge des Sachschadens eingetreten wäre.

    Ist als Versicherungssumme ein Produkt aus einem Preis (je Einheit) und einer Anzahl von Einheiten (Menge) vereinbart (§ 5 Nr. 2 Abs. 2), so ist die Entschädigung auf den Betrag begrenzt, der sich durch Multiplikation dieses Preises mit der Zahl der ausgefallenen Einheiten ergibt.

  2. Die Mehrkosten werden nicht ersetzt, soweit sie auch dann entstanden wären, wenn die technische Einsatzmöglichkeit der Sache nicht infolge des Sachschadens an ihr unterbrochen oder beeinträchtigt gewesen wäre.

    Dies gilt insbesondere, soweit die Mehrkosten wegen geplanter oder notwendiger Revisionen, Überholungsarbeiten oder Änderungen ohnehin entstanden wären.

  3. Die Entschädigung darf nicht zu einer Bereicherung führen. Wirtschaftliche Vorteile, die sich innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf des Bewertungszeitraumes als Folge des Aufwandes der Mehrkosten ergeben, sind in billiger Weise zu berücksichtigen. Werden Arbeiten der in Nr. 2 Abs. 2 bezeichneten Art in den Zeitraum vorverlegt, für den versicherte Mehrkosten aufgewendet werden, so gilt diese Zeitgrenze nicht.
  4. Der gemäß Nr. 1 bis 3 und gemäß § 5 Nr. 2 ermittelte Betrag wird je Versicherungsfall (Sachschaden) um den vereinbarten Selbstbehalt gekürzt.

    Bei einem zeitlichen Selbstbehalt, der in Arbeitstagen bemessen ist, hat der Versicherungsnehmer denjenigen Teil des in Abs. 1 genannten Betrages selbst zu tragen, der sich zu dem Gesamtbetrag verhält, wie der zeitliche Selbstbehalt zu dem Gesamtzeitraum der Unterbrechung oder Beeinträchtigung der technischen Einsatzmöglichkeit. In der Berechnung werden für den Gesamtzeitraum der Unterbrechung oder Beeinträchtigung nur Zeiten berücksichtigt, in denen im versicherten Betrieb gearbeitet wird oder ohne Eintritt des Versicherungsfalles gearbeitet worden wäre. Der Gesamtzeitraum endet spätestens mit Ablauf der Haftzeit.

    Ist als zeitlicher Selbstbehalt ein Zeitraum nach Kalendertagen, -wochen oder -monaten vereinbart, so werden, beginnend mit der Unterbrechung oder Beeinträchtigung der technischen Einsatzmöglichkeit, nur die innerhalb des vereinbarten Zeitraumes liegenden Arbeitszeiten berücksichtigt und dem Gesamtzeitraum gemäß Abs. 1 gegenübergestellt.

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