Allgemeine Unfallversicherungs-Bedingungen (AUB 94)

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§ 7 Die Leistungsarten

Die jeweils vereinbarten Leistungsarten und deren Höhe (Versicherungssummen) ergeben sich aus dem Vertrag. Für die Entstehung des Anspruchs und die Bemessung der Leistungen gelten die nachfolgenden Bestimmungen.

  1. Invaliditätsleistung
    1. Führt der Unfall zu einer dauernden Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit (Invalidität) des Versicherten, so entsteht Anspruch auf Kapitalleistung aus der für den Invaliditätsfall versicherten Summe. Hat der Versicherte bei Eintritt des Unfalles das 65. Lebensjahr vollendet, so wir die Leistung als Rente gemäß § 14 erbracht.
      Die Invalidität muß innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten sowie spätestens vor Ablauf einer Frist von weiteren drei Monaten ärztlich festgestellt und geltend gemacht sein.
    2. Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem Grad der Invalidität.
      1. Als feste Invaliditätsgrade gelten - unter Ausschluß des Nachweises einer höheren oder geringeren Invalidität - bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit
        eines Armes im Schultergelenk 70 Prozent
        eines Armes bis oberhalb des Ellenbogengelenks 65 Prozent
        eines Armes unterhalb des Ellenbogengelenks 60 Prozent
        einer Hand im Handgelenk 55 Prozent
        eines Daumens 20 Prozent
        eines Zeigefingers 10 Prozent
        eines anderen Fingers 5 Prozent
        eines Beines über der Mitte des Oberschenkels 70 Prozent
        eines Beines bis zur Mitte des Oberschenkels 60 Prozent
        eines Beines bis unterhalb des Knies 50 Prozent
        eines Beines bis zur Mitte des Unterschenkels 45 Prozent
        eines Fußes im Fußgelenk 40 Prozent
        einer großen Zehe 5 Prozent
        einer anderen Zehe 2 Prozent
        eines Auges 50 Prozent
        des Gehörs auf einem Ohr 30 Prozent
        des Geruchs 10 Prozent
        des Geschmacks 5 Prozent
      2. Bei Teilverlust oder Funktionsbeeinträchtigung eines dieser Körperteile oder Sinnesorgane wird der entsprechende Teil des Prozentsatzes nach a) angenommen.
      3. Werden durch den Unfall Körperteile oder Sinnesorgane betroffen, deren Verlust oder Funktionsfähigkeit nicht nach a) oder b) geregelt sind, so ist für diese maßgebend, inwieweit die normale körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit unter ausschließlicher Berücksichtigung medizinischer Gesichtspunkte beeinträchtigt ist.
      4. Sind durch den Unfall mehrere körperliche oder geistige Funktionen beeinträchtigt, so werden die Invaliditätsgrade, die sich nach (2) ergeben, zusammengerechnet. Mehr als 100 Prozent werden jedoch nicht angenommen.
    3. Wird durch den Unfall eine körperliche oder geistige Funktion betroffen, die schon vorher dauernd beeinträchtigt war, so wird ein Abzug in Höhe dieser Vorinvalidität vorgenommen. Diese ist nach (2) zu bemessen.
    4. Tritt der Tod unfallbedingt innerhalb eines Jahres nach dem Unfall ein, so besteht kein Anspruch auf Invaliditätsleistung.
    5. Stirbt der Versicherte aus unfallfremder Ursache innerhalb eines Jahres nach dem Unfall oder - gleichgültig, aus welcher Ursache - später als ein Jahr nach dem Unfall und war ein Anspruch auf Invaliditätsleistung nach (1) entstanden, so ist nach dem Invaliditätsgrad zu leisten, mit dem aufgrund der zuletzt erhobenen ärztlichen Befunde zu rechnen gewesen wäre.
  2. Übergangsentschädigung
    Besteht nach Ablauf von sechs Monaten seit Eintritt des Unfalles ohne Mitwirkung von Krankheiten oder Gebrechen noch eine unfallbedingte Beeinträchtigung der normalen körperlichen oder geistige Leistungsfähigkeit von mehr als 50 Prozent und hat diese Beeinträchtigung bis dahin ununterbrochen bestanden, so wird die im Vertrag vereinbarte Übergangsentschädigung erbracht.
    Zur Geltendmachung wird auf § 9 VI. verwiesen.
  3. Tagegeld
    1. Führt der Unfall zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, so wird für die Dauer der ärztlichen Behandlung Tagegeld gezahlt. Das Tagegeld wird nach dem Grad der Beeinträchtigung abgestuft. Die Bemessung des Beeinträchtigungsgrades richtet sich nach der Berufstätigkeit oder Beschäftigung des Versicherten.
    2. Das Tagegeld wir längstens für ein Jahr, vom Unfalltage an gerechnet, gezahlt.
  4. Krankenhaustagegeld
    1. Krankenhaustagegeld wird für jeden Kalendertag gezahlt, an dem sich der Versicherte wegen des Unfalles in medizinisch notwendiger vollstationärer Heilbehandlung befindet, längstens jedoch für zwei Jahre, vom Unfalltage an gerechnet.
    2. Krankenhaustagegeld entfällt bei einem Aufenthalt in Sanatorien, Erholungsheimen und Kuranstalten.
  5. Genesungsgeld
    • Genesungsgeld wird für die gleiche Anzahl von Kalendertagen gezahlt, für die Krankenhaustagegeld geleistet wird, längstens jedoch für 28 Tage je Unfallereignis, und zwar in Höhe des Krankenhaustagegeldes.
    • Mehrere vollstationäre Krankenhausaufenthalte wegen desselben Unfalls gelten als ein ununterbrochener Krankenhausaufenthalt.
    • Der Anspruch auf Genesungsgeld entsteht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus.
  6. Todesfalleistung
    Führt der Unfall innerhalb eines Jahres zum Tode, so entsteht Anspruch auf Leistung nach der für den Todesfall versicherten Summe.
    Zur Geltendmachung wird auf § 9 VII. verwiesen.

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