Allgemeine Bedingungen für die Versicherung von Betrieben gegen Schäden infolge Seuchengefahr (Betriebsschließungsversicherung) (AVB-BS)

zurück senden drucken

§ 2 Versicherungsleistung

  1. Der Versicherer ersetzt
    1. im Falle des § 1 Nr. 1a:
      den Schließungsschaden durch Zahlung der vereinbarten Tagesentschädigung für jeden Tag der Betriebsschließung bis zur Dauer von 30 Schließungstagen. Tage, an denen der Betrieb auch ohne die behördliche Schließung geschlossen wäre, zählen nicht als Schließungstage.
      Die Tagesentschädigung darf höchstens 110 v. H. des Betrages ausmachen, der an Geschäftskosten und Gewinn auf einen Tagesumsatz entfällt.
      Tagesumsatz ist Wochenumsatz geteilt durch die Zahl der wöchentlichen Arbeitstage des versicherten Betriebes; Wochenumsatz ist 1/52 des Jahresumsatzes.
    2. im Falle des § 1 Nr. 1b:
      • aa) falls der Betrieb zur Desinfektion stillgelegt werden muß oder
        nicht betreten werden darf, die vereinbarte Tagesentschädigung bis zur Beendigung der Desinfektion, längstens aber für 3 Tage. Die Desinfektionskosten sind mit dieser Tagesentschädigung abgegolten.
      • bb) die nachgewiesenen Desinfektionskosten, falls ehe Voraussetzungen zu aa) nicht gegeben sind, bis zum Höchstbetrag eine, vereinbarten Tagesentschädigung,
    3. im Falle des § 1 Nr. 1c:
      den nachzuweisenden Schaden an der Ware, den der Versicherungsnehmer durch die Entseuchung, Brauchbarmachung zur anderweitigen Verwertung oder Vernichtung erlitten hat, soweit diese erforderlich war.
      Als Ersatzwert kommen in Betracht:

      • bei Waren, die der Versicherungsnehmer herstellt (in Arbeit befindliche und fertige Fabrikate): die Kosten der Wiederherstellung, soweit sie den Preis nicht überschreiten, der bei dem Verkauf erzielt worden wäre, abzüglich der an dem etwa noch nicht fertigen Erzeugnis ersparten Kosten sowie eines evtl. Restwertes oder etwaiger Veräußerungserlöse;
      • bei Waren, mit denen der Versicherungsnehmer handelt, bei Rohstoffen, die er für die Erzeugung von Waren beschafft hat sowie bei Naturerzeugnissen: der Wiederbeschaffungspreis, soweit er den Preis nicht überschreitet, der bei dem Verkauf erzielt worden wäre, abzüglich der an dem etwa noch nicht fertigen Erzeugnis ersparten Kosten sowie eines evtl. Restwertes oder etwaiger Veräußerungserlöse.

      Maßgebend für die Errechnung des Ersatzwertes ist der Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalles.

      Werden Waren entseucht, so ersetzt der Versicherer auch die Entseuchungskosten. Diese Kosten und ein eventueller Minderwert der Ware werden höchstens bis zu dem Betrag ersetzt, der dem Warenwert bei Eintritt des Versicherungsfalles entspricht.

      Ist die Versicherungssumme niedriger als der Wert des Warenbestandes zur Zeit des Eintritts des Versicherungsfalles, so haftet der Versicherer für den Schaden nur nach dem Verhältnis der Versicherungssumme zu diesem Wert.

      Innerhalb einer Warenposition überschießende Versicherungssummen gehen im Versicherungsfall auf die Position mit gleichen oder niedrigeren Prämiensätzen über, und zwar im Verhältnis der bei den einzelnen Positionen ungedeckt gebliebenen Werte. Dieser Ausgleich findet außer im Falle der Freizügigkeit nur innerhalb der einzelnen Betriebsstelle statt.

    4. im Falle des § 1 Nr. 1d:
      die Bruttolohn- und -gehaltsaufwendungen, die der Versicherungsnehmer nach den getroffenen Vereinbarungen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen an die dem Verbot unterliegenden Personen - längstens für 6 Wochen seit Anordnung des Tätigkeitsverbotes - zu leisten hat, bis zur Höhe der 30fachen Tagesentschädigung Ist das Tätigkeitsverbot gegen den Betriebsinhaber oder seinen im Betrieb mitarbeitenden Ehegatten gerichtet, so werden bis zur Dauer von 6 Wochen seit Anordnung im gleichen Umfange die Lohn- und Gehaltsaufwendungen erstattet, die der Versicherungsnehmer an eine für den Betroffenen neu eingestellte Ersatzkraft zu leisten hat.
      Für die Zeit, während der der Versicherungsnehmer die vereinbarte Tagesentschädigung erhält, entfällt die Ersatzleistung für Tätigkeitsverbote.
    5. im Falle des § 1 Nr. 1e:
      die Kosten, die der Versicherungsnehmer zur Durchführung der behördlich angeordneten Ermittlungen und Beobachtungen aufzuwenden verpflichtet ist.
  2. Die Entschädigung darf nicht zu einer Bereicherung führen.
  3. Wird eine der durch die Versicherung gedeckten Maßnahmen mehrmals angeordnet und beruhen die mehrfachen Anordnungen auf den gleichen Umständen, so wird die nach § 2 Nr. 1 zu leistende einschlägige Entschädigung nur ein mal zur Verfügung gestellt.
    Beruhen die Anordnung einer Betriebsschließung (§ 1 Nr. 1a) oder die Anordnung oder Empfehlung einer Desinfektion (§ 1 Nr. 1b) und die Anordnung von Tätigkeitsverboten (§ 1 Nr. 1d) auf den gleichen Umständen, so dürfen die Entschädigungsleistungen insgesamt den 30fachen Betrag der vereinbarten Tagesentschädigung nicht übersteigen.
zurück  senden  drucken