Bedingungen zur Versicherung von Flugtriebwerken (BVF)

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Fassung April 1999

§ 10 Entschädigungsberechnung

  1. Bei reparierbaren Schäden an einem Flugtriebwerk zahlt der Versicherer die für die Reparatur erforderlichen Kosten einschließlich der Kosten für Ausbau und Wiedereinbau zum Zwecke der Reparaturarbeiten sowie Aufwendungen für den kostengünstigen angemessenen Transport des Flugtriebwerks oder einzelner Triebwerkteile zum nächstgelegenen Reparaturwerk und zurück zum Geschäftsitz des Versicherungsnehmers, je nachdem was näher ist, zzgl. etwaiger Zolle uns sonstiger Kosten mit 10 % der Versicherungssumme des beschädigten Flugtriebwerks maximal jedoch 20.000 €. Arbeitszeit wird normal, ohne Überstundenzuschläge, vergütet.
    Wird die Reparatur in einer Werkstatt des Versicherungsnehmers ausgeführt, so zahlt der Versicherer die für die Reparatur anfallenden Material- und Lohnkosten zzgl. eines angemessenen Prozentsatzes für Gemeinkosten.
    Bei allen Teilen, die gegen neue Teile ausgewechselt wurden, wird ein Abzug für Wertminderung vorgenommen.
    Der Entschädigungsbetrag für Teile im Heißgasteil oder für Teile, die einer Materialminderung unterliegen oder eine begrenzte maximale Lebensdauer haben, errechnet sich folgendermaßen:
    Die Entschädigung ist gleich P (1 - T/N), dabei sind P die Wiederbeschaffungskosten für das Teil. T die abgelaufene Lebensdauer des Teiles in Arbeitszyklen oder Stunden und N die normale Lebensdauer des Teiles in Arbeitszyklen oder Stunden gemäß den neuesten Empfehlungen des Herstellers.
    Bei Teilen ohne zeitlich begrenzte Lebensdauer oder bei Modulen eines Flugtriebwerks, die je "nach Zustand" gewartet werden, ist N gleich dem Zweifachen des empfohlenen Zeitabstandes zwischen den Überholungen oder maximal 20.000 Betriebsstunden, je nachdem welcher Wert geringer ist.
    Für Teile, die bei Eintritt des Schadens ausgetauscht werden müssen, weil ihre restliche Lebensdauer gemäß den Wartungs- und Überholungsvorschriften des Herstellers für einen weiteren Betriebszeitraum unzureichend ist, wird keine Entschädigung geleistet.
    Aufwendungen für Änderungen, Ergänzungen, Verbesserungen oder andere, nicht schadenbedingte Reparaturen oder Tätigkeiten, wie etwa Wartungs- oder Überholungsarbeiten oder Erfüllung von Vorschriften oder Auflagen der FAA oder einer anderen Luftfahrtbehörde, einschließlich der Kosten für Umbauarbeiten gemäß Servicemitteilungen zur Zeit der Reparatur, sind im Rahmen dieser Police nicht ersatzpflichtig.
    Wird bei ersatzpflichtigen Reparaturen das Flugtriebwerk gleichzeitig in einem solchen Umfang überholt, saniert oder umgebaut, dass es für den vollen Zeitraum zwischen zwei Überholungen freigegeben wird oder der neue Freigabezeitraum länger als die vor Eintritt des Verlustes oder Schadens verbliebene Lebenszeit, so übernimmt der Versicherungsnehmer einen Anteil der Kosen für Ausbau, Remontage und Probeläufe im Verhältnis der bis Eintritt des Verlustes oder Schadens abgelaufenen Lebensdauer zu dem neuen vollen Zeitraum zwischen zwei Überholungen oder, falls dieser geringer ist, als ein voller Zeitraum zwischen zwei Überholungen, zu der Summe von abgelaufenem und neuem Freigabezeitraum.
    Erreichen oder Übersteigen die Reparaturkosten nach den obigen Ausführungen einschließlich des etwa verbleibenden Restwertes den Zeitwert des versicherten Flugtriebwerks unmittelbar vor Schadeneintritt, so gilt dieses als Totalschaden, der gemäß den nachstehenden Bestimmungen b) reguliert wird.
  2. Tritt bei einem versicherten Flugtriebwerk Totalschaden ein, ersetzt der Versicherer den Zeitwert unmittelbar vor Eintritt des Schadens, wobei dieser Wert einem angemessenen Wiederbeschaffungswert eines Flugtriebwerks gleichen Zustands und Bautyps entsprechen muss.
    Der Versicherer übernimmt alle normalerweise für Ausbau und Demontage des zerstörten Flugtriebwerks anfallenden Kosten, jedoch unter Abrechnung des Restwertes.
    Der Versicherer leistet Zahlungen erst dann, wenn er sich durch Vorlage der erforderlichen Rechnungen und Unterlagen davon überzeugt hat, dass die Reparatur ausgeführt bzw. das Triebwerk ausgetauscht worden ist.
    Der Versicherer haftet jedoch nicht für Reparatur- oder Austauschkosten, die nicht zuvor von ihm oder seinem Vertreter genehmigt worden sind.
  3. Der nach a) b) ermittelte Betrag wird je Versicherungsfall um den vereinbarten Selbstbehalt gekürzt.
    Unbeschadet der o. g. Vereinbarungen gilt:
    Im Falle von Schäden an Zylinderlaufbuchsen oder -köpfen einschließlich Zubehörteilen und Kolben wird der Entschädigungsbetrag für die betroffenen Teile nach einem zum Schadenzeitpunkt zu bestimmenden Jahreswertungssatz berechnet. Dieser Satz ist mindestens 10 % pro Jahr und höchstens 60 % insgesamt.
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