Versicherungs-Bedingungen für Mitglieder der Deutschen Elektrizitätswerke (VDEW)

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§ 3 Versicherte Gefahren

  1. Der Versicherer ersetzt nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen Schäden an den versicherten Sachen, die durch ein unvorhergesehenes Ereignis entstehen, und zwar ohne Rücksicht auf einen Zusammenhang mit dem Betrieb. Insbesondere werden Schäden ersetzt, die entstehen durch:
    1. Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit, Böswilligkeit;
    2. Wassermangel in Dampfkesseln und Dampfgefäßen;
    3. Material-, Konstruktions- und Ausführungsfehler, es sei denn, daß sich der Fehler nicht als Schaden, sondern nur in geminderter Brauchbarkeit auswirkt;
    4. Zerreißen infolge Fliehkraft;
    5. Überdruck, soweit er nicht nach Ziffer II, 5 ausgeschlossen ist, und Unterdruck;
    6. Kurzschluß Kurzschluß-, Überspannungs- und Induktionsschäden, die an elektrischen Einrichtungen mit oder ohne Feuererscheinung durch die unmittelbare Wirkung des elektrischen Stromes entstehen, fallen unter die Versicherung, außer, wenn sie Folgeschäden eines Brand- oder Explosionsschadens sind und durch eine Feuerversicherung gedeckt werden können. Schäden, die an elektrischen Einrichtungen infolge eines Blitzschlages durch Induktion, Influenz oder Blitzstromwanderwellen entstehen, sind in die Versicherung eingeschlossen. Aus solchen Vorgängen entstehende Brand- oder Explosionsschäden sind jedoch nicht ersatzpflichtig (vgl. § 3, II, 5);
    7. Sturm, Frost und Eisgang.
  2. Die Versicherung erstreckt sich nicht auf Schäden,
    1. die durch Erdbeben, Erdsenkungen, Felssturz, Überschwemmungen infolge Hochwassers sowie andere katastrophale Naturereignisse entstehen;
    2. durch Aufruhr, militärische Maßnahmen im Krieg oder Kriegszustand, endlich durch Ausständige oder Ausgesperrte, die zusammengerottet auf das Betriebsgrundstück eindringen und widerrechtlich daselbst verbleiben;
    3. durch Kernenergie (Der Ersatz von Schäden durch Kernenergie richtet sich in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Atomgesetz. Die Betreiber von Kernanlagen sind zur Deckungsvorsorge verpflichtet und schließen hierfür Haftpflichtversicherungen ab.);
    4. die vom Versicherungsnehmer, der Leitung des Unternehmens oder dem verantwortlichen Betriebsleiter eines Werkes vorsätzlich oder grobfahrlässig herbeigeführt werden, z. B. durch unzulässige Überschreitung der maximalen Belastung;
    5. die durch Brand, Explosion, Blitzschlag, Löschen und Niederreißen bei einem Brande entstehen, soweit diese Gefahren durch eine Feuerversicherung gedeckt werden können;
    6. die durch solche Mängel an den versicherten Sachen entstehen, die bei Abschluß der Versicherung bereits vorhanden und dem Versicherungsnehmer, der Leitung des Unternehmens oder dem verantwortlichen Betriebsleiter bekannt waren;
    7. für die der Lieferant oder die Reparaturwerkstätte (§ 2, 2) einzutreten haben oder schadenersatzpflichtig sind. Läßt sich die Eintrittspflicht oder Haftung nur im Prozeßweg feststellen, so ersetzt der Versicherer den Schaden, wenn seine Ersatzpflicht sonst gegeben wäre unter Eintritt in die Rechte gegenüber dem Lieferanten bzw.Reparaturwerkstätte. Der Versicherer ist berechtigt, einen Prozeß gegen den Lieferanten bzw. gegen die Reparaturwerkstätte zu führen;
    8. infolge von Rost, Kesselstein oder Schlamm, wenn deren schädliche Wirkung von dem verantwortlichen Betriebsleiter erkannt war und hätte beseitigt werden können;
    9. die nachweisbar eine unmittelbare Folge der dauernden Einflüsse des Betriebes sind.
  3. Wird durch einen Schaden, der durch eine der in 2.8 und 2.9, bezeichneten Ursachen entstanden ist, ein benachbartes Maschinenteil beschädigt, so leistet der Versicherer für die dadurch entstehenden Kosten Ersatz. Dabei wird vorausgesetzt, daß die benachbarten Teile nicht durch Rost, Kesselstein oder Schlamm bzw. die dauernden Einflüsse des Betriebes bereits soweit geschwächt oder entwertet waren, daß ihre Erneuerung ohnehin erforderlich gewesen wäre.

    Der Ausschluß gem. gilt nicht für Schäden an Wicklungen und Blechpaketen; solche Schäden werden nach § 4 II ersetzt.

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