Luftfahrt Unfallversicherungs-Bedingungen DLP 200/00
Allgemeine Bedingungen

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(Siehe auch Besondere Bedingungen)

§ 6 Leistungsarten und -umfang

Für die Entstehung des Anspruches und die Bemessung der Leistungen gelten die folgenden Bestimmungen.

Werden die zu einer bestimmten Gruppe gehörenden Plätze eines Luftfahrzeugs pauschal versichert, ist jede unter die Versicherung fallende Person, die sich bei Eintritt des Unfalles im Luftfahrzeug befunden hat, mit dem sich aus der Anzahl der Personen ergebenden Teilbetrag der versicherten Pauschalsumme gedeckt.

Sind bei einem Unfall in einem Luftfahrzeug weniger Plätze versichert als Personen an Bord waren, werden die versicherten Leistungen anteilig auf die Personen verteilt.

I. lnvaliditätsleistung

  1. Führt der Unfall zu einer dauernden Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit (Invalidität) des Versicherten, entsteht Anspruch auf Kapitalleistung aus der für den lnvaliditätsfall versicherten Summe.
    Die Invalidität muß innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten sowie spätestens vor Ablauf einer Frist von weiteren drei Monaten ärztlich festgestellt und geltend gemacht sein. Aus der ärztlichen Feststellung muß hervorgehen, auf weicher Funktionsstörung die Invalidität beruht.
  2. Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem Grad der Invalidität.
    1. Als feste Invaliditätsgrade gelten - unter Ausschluß des Nachweises einer höheren oder geringeren Invalidität - bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit
      eines Armes im Schultergelenk 70 Prozent
      eines Armes bis oberhalb des Ellenbogengelenks 65 Prozent
      eines Armes unterhalb des Ellenbogengelenks 60 Prozent
      einer Hand im Handgelenk 55 Prozent
      eines Daumens 20 Prozent
      eines Zeigefingers 10 Prozent
      eines anderen Fingers 5 Prozent
      eines Beines über der Mitte des Oberschenkels 70 Prozent
      eines Beines bis zur Mitte des Oberschenkels 60 Prozent
      eines Beines bis unterhalb des Knies 50 Prozent
      eines Beines bis zur Mitte des Unterschenkels 45 Prozent
      eines Fußes im Fußgelenk 40 Prozent
      einer großen Zehe 5 Prozent
      einer anderen Zehe 2 Prozent
      eines Auges 50 Prozent
      des Gehörs auf einem Ohr 30 Prozent
      des Geruchs 10 Prozent
      des Geschmacks 5 Prozent
    2. Bei Teilverlust oder Funktionsbeeinträchtigung eines dieser Körperteile oder Sinnesorgane wird der entsprechende Teil des Prozentsatzes nach a) angenommen.
    3. Werden durch den Unfall Körperteile oder Sinnesorgane betroffen, deren Verlust oder Funktionsunfähigkeit nicht nach a) oder b) geregelt sind, ist für diese maßgebend inwieweit die normale körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit unter ausschließlicher Berücksichtigung medizinischer Gesichtspunkte beeinträchtigt ist.
    4. Sind durch den Unfall mehrere körperliche oder geistige Funktionen beeinträchtigt, werden die lnvaliditätsgrade, die sich nach Ziffer 2. ergeben, zusammengerechnet. Mehr als 100 Prozent werden jedoch nicht angenommen.
  3. Wird durch den Unfall eine körperliche oder geistige Funktion betroffen, die schon vorher dauernd beeinträchtigt war, wird ein Abzug in Höhe dieser Vorinvalidität vorgenommen. Diese ist nach Ziffer 2. zu bemessen.
    1. Führt ein Unfall ohne Mitwirkung von Krankheiten und Gebrechen (§ 7) nach den Bemessungsgrundsätzen der Ziffern 2 und 3 zu einer Invalidität der versicherten Person von mindestens

      • 70 Prozent vor Vollendung des 25. Lebensjahres,
      • 80 Prozent vor Vollendung des 50. Lebensjahres,
      • 90 Prozent vor Vollendung des 65. Lebensjahres,

      wird die doppelte Invaliditätsleistung erbracht. Maßgeblich ist das Alter der versicherten Person bei Eintritt des Unfalles.

    2. Die Mehrleistung wird für jede versicherte Person auf höchstens € 200.000,- beschränkt.
      Bestehen für die versicherte Person bei demselben oder anderen Versicherern weitere Luftfahrt-Unfallversicherungen, die die gleichlautende Begrenzung der Versicherungssumme enthalten, gilt der Höchstbetrag für alle Versicherungen zusammen.
  4. Tritt der Tod unfallbedingt innerhalb eines Jahres nach dem Unfall ein, besteht kein Anspruch auf Invaliditätsleistung.
  5. Stirbt die versicherte Person aus unfallfremder Ursache innerhalb eines Jahres nach dem Unfall oder - gleichgültig, aus weicher Ursache - später als ein Jahr nach dem Unfall und war ein Anspruch auf lnvaliditätsleistung nach Ziffer 1. entstanden, ist nach dem lnvaliditätsgrad zu leisten, mit dem aufgrund der zuletzt erhobenen ärztlichen Befunde zu rechnen gewesen wäre.
  6. Hat die versicherte Person bei Eintritt des Unfalles das 65. Lebensjahr vollendet, wird die Invaliditätsleistung als Rente erbracht. Der Berechnung wird das am Unfalltag vollendete Lebensjahr zugrunde gelegt.
    1. Es ergeben sich für eine Kapitalleistung von € 500,-- folgende Jahresrentenbeträge:
      Alter Männer Frauen
      65 106,22 87,89
      66 110,52 91,34
      67 115,08 95,08
      68 119,90 99,13
      69 125,01 103,52
      70 130,41 108,29
      71 136,12 113,46
      72 142,16 119,08
      73 148,57 125,16
      74 155,38 131,75
      75 und darüber 162,65 138,89
    2. Die Rente wird vom Abschluß der ärztlichen Behandlung, spätestens vom Ablauf des auf den Unfall folgenden Jahres an, bis zum Ende des Vierteljahres entrichtet, in dem die versicherte Person stirbt. Sie wird jeweils am Ersten eines Vierteljahres im voraus gezahlt.
    3. Versicherungsnehmer und Versicherer können innerhalb von drei Jahren nach erstmaliger Bemessung der Rente jährlich eine Neubemessung verlangen.
    4. Der Versicherer ist berechtigt, die Voraussetzungen für die Rentenzahlung durch Anforderung einer Lebensbescheinigung zu überprüfen. Wird die angeforderte Bescheinigung nicht unverzüglich übersandt, ruht die Rentenzahlung ab nächster Fälligkeit.

II. Übergangsleistung

  1. Besteht nach Ablauf von drei Monaten seit Eintritt des Unfalles ohne Mitwirkung von Krankheiten oder Gebrechen noch eine unfallbedingte Beeinträchtigung der normalen körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit im beruflichen oder außerberuflichen Bereich von 100 Prozent und hat diese Beeinträchtigung bis dahin ununterbrochen bestanden, wird die Hälfte der im Vertrag vereinbarten Übergangsleistung gezahlt.
  2. Besteht nach Ablauf von sechs Monaten seit Eintritt des Unfalles noch eine Beeinträchtigung von mehr als 50 Prozent, wird unter den sonstigen Voraussetzungen von Ziffer 1 die vereinbarte Übergangsleistung gezahlt. Eine Leistung nach Ziffer 1 wird angerechnet.
  3. Zur Geltendmachung wird auf § 9 Ziffer 6 verwiesen.

III. Tagegeld

  1. Führt der Unfall zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, wird für die Dauer der ärztlichen Behandlung Tagegeld gezahlt. Das Tagegeld wird nach dem Grad der Beeinträchtigung abgestuft. Die Bemessung des Beeinträchtigungsgrades richtet sich nach der Berufstätigkeit oder Beschäftigung des Versicherten.
  2. Das Tagegeld wird längstens für ein Jahr, vom Unfalltage an gerechnet, gezahlt.

IV. Krankenhaustagegeld

  1. Krankenhaustagegeld wird für jeden Kalendertag gezahlt, an dem sich der Versicherte wegen des Unfalles in medizinisch notwendiger vollstationärer Heilbehandlung befindet, längstens jedoch für zwei Jahre, vom Unfalltage an gerechnet.
  2. Krankenhaustagegeld entfällt bei einem Aufenthalt in Sanatorien, Erholungsheimen und Kuranstalten.

V. Genesungsgeld

  1. Genesungsgeld wird für die gleiche Anzahl von Kalendertagen gezahlt, für die Krankenhaustagegeld geleistet wird, längstens jedoch für 100 Tage.
  2. Mehrere vollstationäre Krankenhausaufenthalte wegen desselben Unfalles gelten als ein ununterbrochener Krankenhausaufenthalt.
  3. Der Anspruch auf Genesungsgeld entsteht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus.

VI. Todesfalleistung

Führt der Unfall innerhalb eines Jahres zum Tode, entsteht Anspruch auf Leistung nach der für den Todesfall versicherten Summe.

Zur Geltendmachung wird auf § 9 Ziffer 7 verwiesen.

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