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Unfallversicherung - wenn BU-Versicherung nicht greift?

Wenn sich ein Versicherungskunde nicht zu einer wichtigen Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden kann, wählt er stattdessen oft eine private Unfallversicherung. Sie leistet bei jedem versicherten Unfallgeschehen und oft darüber hinaus.

 

 


Immer mehr Freizeitaktivitäten, die vom stressigen Berufsalltag ablenken sollen, aber auch der Blick auf die sich wandelnde Altersstruktur in der Bevölkerung führt zu immer mehr Unfällen, die in der Freizeit geschenen und damit außerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung angesiedelt sind. Die private Unfallversicherung leistet 24 Stunden am Tag - also auch und gerade in den Zeiten ohne den ohnehin unzureichenden gesetzlichen Unfallversicherungsschutz.

Wie groß das Unfallrisiko mit möglichen Unfallfolgen ist, lässt sich in einschlägigen Statistiken nachlesen. Sind sie jedoch eingetreten, so sollte nicht nur das Todesfall- oder Invaliditätsrisiko untersucht werden, sondern auch die Versicherung der oft hohen Folgekosten in Form postoperativer Rehabilitationsmaßnahmen im Hinblick auf die engen Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenkassen oder Rentenversicherungsträger. Selbst Privatversicherte, die der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen oder für die ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bestand sind davon nicht ausgenommen. Denn die gesetzlichen Rentenversicherungsträger befinden bei der Kostenübernahme von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen über die Wahl des Klinikums, in der sich der Privatversicherte behandeln lassen möchte (§ 1 Abs. 1 und  SGB VI). Hier sind Selbstbeteiligungen an einer Rehamaßnahme von 110 Euro am Tag keine Seltenheit und können Existenz bedrohlich sein, wären sie nicht durch ein Krankenhaus- oder Krankentagegeld abgesichert.

Das Kleingedruckte ist wichtig

Wer einen Unfall erleidet, muss die Voraussetzungen an den Unfallbegriff der Versicherungsbedingungen erfüllen, um eine Ersatzleistung zu erhalten. In den Bedingungen (z. B. AUB 2010) gilt ein Unfall "Als ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis, das eine unfreiwillige Gesundheitsschädigung hervorruft". Darunter verstehen die Bedingungen auch Gelenks-, Sehnen- oder Muskelverletzungen an den Gliedmaßen und der Wirbelsäule als Folge einer erhöhten Kraftanstrengung. Als Beispiele werden meist Kollisionen, Stürze oder Unfälle durch chemische oder elektrische Einwirkungen genannt.


Doch wie ist es mit der Eigenbewegung? Also Verletzungen durch Anheben eines schweren Gegenstands, das einen Bandscheibenvorfall nach sich zieht oder das Umknicken des Fußgelenks beim Aussteigen aus einem Auto? Hierbei handelt es sich um Ausschlusstatbestände, die allerdings in manchen Deckungskonzepten von Unfallversicherungsgesellschaften als Einschluss zu finden sein können und somit mitversichert wären.

Leistungsausschlüsse bei Medikamenteneinfluss


Auch hier gelten nach den Versicherungsbedingungen Ausschlüsse, falls ein Unfall infolge von Geistes- oder Bewusstseinsstörungen, von Alkoholeinfluss, Schlaganfällen und epileptischen Anfällen hervorgerufen wird. Würden solche Unfallursächlichkeiten in den Versicherungsschutz eingeschlossen, würde es eine bedeutende Aufwertung bedeuten und gerade die Generation "50 plus" ansprechen, die überproportional davon betroffen sind.
Vorerkrankungen und wie sie beim Unfall mitgewirkt haben

Hat eine Vorerkrankung zum Unfall beigetragen, so ist dieser Anteil am Geschehen zu ermitteln und in Abzug von den Leistungen zu bringen.  Anteile unter 25 % bleiben bei der Zahlung der Versicherungssumme unberücksichtigt. Doch eine Erhöhung oder gänzlicher Ausschluss dieses unberücksichtigten Anteils kann gerade für ältere Menschen ein besonderer Aspekt sein, sich entsprechend abzusichern. Die Ersatzleistung bezieht sich dabei wie immer nur auf die tatsächlichen Unfallfolgen.

 

Obliegenheiten und Anspruchsfristen.

Wenn sich ein Unfall ereignet hat und zu einem erheblichen Personenschaden bis hin zur Todesfolge führte, sind die Angehörigen und Freunde meist in Sorge um den Patienten oder mehr beschäftigt. An Meldefristen bei Unfallversicherungsgesellschaften denkt da meist niemand. Doch der Versicherungsnehmer ist zur unverzüglichen Anzeige beim Versicherer verpflichtet. Und auch bei leichteren Verletzungen muss er umgehend einen Arzt konsultieren. Binnen 48 Stunden ist ein Todesfall beim Versicher anzumelden, doch wer macht das schon im Eifer der Aufregung oder Trauer? Damit ein Verstoß gegen die vertraglichen Obliegenheitsverletzungen nicht zu einer Leistungsablehnung führen kann, sollte ein Versicher gewählt werden, der diese Fristen obligatorisch verlängert.

Die hier genannten Punkte sind nur ein kleiner Überblick darüber, wie Versicherungsgesellschaften einen kleinen Leistungskatalog anbieten oder im gerade so wichtigen Leistungsfall dieselbe verweigern können. Daher sollte eine kritische Prüfung der einschlägigen Bedingungen durch eine Person erfolgen, die einen gesetzlich vorgeschriebenen Überblick über die verschiedenen Absicherungs- und Ausschlussmöglichkeiten des Marktes besitzt: Der Versicherungsmakler. Sie kennen nicht nur die wichtigen Gesellschaften des Marktes, deren Versicherungsbedingungen und deren Schadenregulierungsmethoden, sie kennen auch umfassende Deckungskonzepte für bestimmte Berufsgruppe oder Sportarten, die spezifischen versicherungsschutz beinhalten, die man sonst "von der Stange" nicht bekommt.

Sie haben Fragen? Dann stehen wir Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung.


verwendetes Original-Photo:

Gennadiy Poznyakov - Fotolia.com




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