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Wohnungseinbrüche: Herbstdämmerung ist für Diebe verlockend

 

Wer denkt, Wohnungseinbrecher sind maskierte Profis, kämen nachts und knacken das Türschloss mit Spezialwerkzeug sollte den Fernsehsender wechseln. Tatsächlich bieten Einbrecher, die in Privathäuser und Wohnungen einsteigen, ein vollkommen anderes Bild, so die Auswertung der Polizei.

 

 

Wie der Kriminalhauptkommisar von der Zentralen Präventionsstelle im Landespolizeiamt Schleswig-Holstein mitteilt, sind "über 90 Prozent der Einbrecher keine Profis, kommen nicht maskiert und auch nicht zur Schlafenszeit. In jedem Fall wollen sie vermeiden, auf die Bewohner zu treffen". Das Profil der Haupttäter sind demnach Gelegenheitsdiebe, die sich die Leichtsinnigkeit ihrer Opfer im Umgang mit der eigenen Sicherheit zunutze machen. Dämmerung und Türen, die trotz Verschluss offenstehen wie Scheunentore, machen zum Einbrecher. Etwa 70 Prozent der Einbrüche finden zwischen 16 und 22 Uhr statt. Zu dieser Zeit leuchten nur dann die Lampen, wenn jemand zu Hause ist. In solchen Häusern schlafen die Bewohner meist nicht, sondern sind noch nicht im Haus. Zur Sicherheit wird nochmal kurz geklingelt, um Reaktionen zu prüfen. Wenn der potenzielle Einbrecher den zweiten Test gemacht hat, kann er sich sicher sein, vorläufig ungestört "arbeiten zu können.

Bereits jetzt kann der Wohnungsinhaber erste erfolgreiche Prävention betreiben:

Tipp 1: Zeitschaltuhr einbauen, um Anwesenheit vorzugaukeln


Tipp 2: Türklingel während der Abwesenheit ausstellen, um ein mögliches ungestörtes Arbeiten ohne Besucher vorzugaukeln. Wenn der Einbrecher den Klingelton nicht hört und davon ausgeht, dass hier jemand ungestört arbeiten will, nimmt er sich im Zweifel das nächste Haus vor.

Der Schraubendreher, Kuhfuss und Co.

Wer ein 08/15-Fenster eingebaut oder eine damit gesicherte Wohnung gemietet hat, dürfte binnen weniger Sekunden freien Eintritt ermöglichen. Entsprechend große Schraubendreher bewirken eine Hebelwirkung von 0,5 bis 0,7 Tonnen - also selbst für Terrassenelemente kraftmäßig ein Kinderspiel und zudem schnell und leise. Daraus folgt: Etwa 75 Prozent der Einbruchsfälle erfolgen über ausgehebelte Fenster oder Terrassenelemente und weitere 13,5 Prozent durch auf "Kipp" stehende Fenster. Viele Einbrecher haben einen Kuhfuss "auf Verdacht" dabei, um gekippte Fenster problemlos aushebeln zu können. Einige fertigen sich sogar eigenes "branchentypisches Spezialwerkzeug", um leichter und leiser an die Beute heranzukommen. "Auf jeden Fall müssen Fenster und Türen technisch so gesichert werden, dass man sie nicht aushebeln kann - am besten mit Pilzkopfzapfen", so erfährt man weiter. Wer bislang keine umlaufenden Pilzkopfzapfen eingesetzt hat, sollte seine Türen und Fenster nachträglich sichern - was allerdings ein teurer Spaß ist. Wer diese Investition nicht tätigen will, sollte zumindest mit abschließbare Fenstergriffe, Türriegel oder ähnliche Sicherungen nachrüsten, die deutlich preiswerter zu haben sind und auch eine gewisse Sicherheit bedeuten.

Fachbetriebe vor Ort

In ganz Deutschland gibt es mehrere Tausend Fachbetriebe, die in technischen Sicherungen geschult sind und eine kostenlose Erstberatung anbieten. Bereits mich einfachen Mitteln kann man Täter davon abbringen, gewaltsam in Wohnungen und Häuser einzudringen. Die oberste Maxime der Täter besteht darin, nicht erwischt zu werden und schnelle Beute zu machen. Daher suchen sie sich die leichtesten zu knackenden Türen und Fenster aus und meiden solche Gebäude, die schon vom ersten Anschein her als gesichert gelten.


Wenn der Einbruch passiert....

... sollte der Bewohner auf jeden Fall die Telefonnummer "110" wählen, die auch vom Handy aus funktioniert, Geräusche machen und Licht eingeschalten, damit der Täter ohne Gewaltanwendung fliehen kann. Niemals sollte man den Helden spielen, denn das hat schon manch tragisches Ende gefunden.
Abwarten bis die Polizei kommt und keine Spuren verwischen, damit die Spurensicherung Verwertbares findet.

Versicherungsschutz

Wer seine Fenster in Abwesenheit auf Kipp stellt, gefährdet massiv seinen Versicherungsschutz. Daher sollten in solchen Fällen weitere Sicherungsmaßnahmen erfolgen, die der Versicherung ausreichen.

Wer dazu Fragen hat und sich beraten lassen möchte, sollte mit seinem Versicherungsmakler Kontakt aufnehmen. Er kennt Firmen vor Ort, mit denen ein Beratungsgespräch über Sicherungsmaßnahmen geführt werden kann. Auch die Sicherungsbeschreibungen der Versicherungsgesellschaften zeigen ausführlich auf, welche Sicherungsmaßnahmen anerkannt sind und ab wann der Versicherungsschutz gefährdet ist.


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