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Kombirente für Rentner: Mehr Zuverdienst im Ruhestand

Bislang galt für den Zuverdienst im Rentenalter eine Obergrenze von 400 Euro monatlich. Nach dem Willen der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll sich die neue Zuverdienstgrenze am höchsten Gehalt der letzten 15 Jahre orientieren.

 

Millionen Vorruheständler, die Altersrente beziehen und zusätzlich arbeiten, könnten schon ab dem nächsten Jahr von der neuen Regelung profitieren.

 

 

 

 

Die Höchstgrenze für Zuverdienst von Vorruheständler lag bislang bei maximal 400 Euro im Monat. Mehrverdienst wurde schrittweise auf das Altersruhegeld angerechnet. Um aktiven Ruheständlern attraktivere Möglichkeiten des Zuverdienstes zu ermöglichen, soll als neue Obergrenze das Jahr gelten, mit dem in den letzten 15 Jahren vor Eintritt in den Ruhestand das höchste Einkommen erzielt wurde.

Mindestalter der Begünstigung: 63 Jahre

Von der ursprünglichen Planung, den Durchschnittsverdienst aus den letzten drei Jahren der Berufstätigkeit heranzuziehen, wurde abgesehen. Dadurch ergibt sich für nebenbei berufstätige Rentner ein größerer finanzieller Vorteil. Weil oft das Gehalt am Ende des Berufslebens geringer ausfällt, als in "fetten" Jahren zuvor, wurde die 15-Jahre Regelung geschaffen, die Ungerechtigkeiten beseitigen soll.

Allerdings gilt diese Regelung nur für eine begrenzte Anzahl Versicherter: Sie müssen mindestens 63 Jahre alt sein und mindestens 35 Versicherungsjahre belegen können. Nur wer schwerbehindert ist, darf schon mit 60 gehen - allerdings mit einer schrittweisen Anbehbung auf 62 Jahre.
Die Arbeitgeberverbände bewerten diesen Vorstoß der Bundesarbeitsministerin positiv, plädiert aber für einen kompletten Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen. Auch Funktionäre im Deutschen Gewerkschaftsbund kritisieren die Kombirente, wenn es um ältere Zuverdiener handelt.  Die "Frankfurter Allgemeine" zitiert das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: "Die Kombirente löst die Probleme der Rente mit 67 nicht. Die Betroffenen können dann zu ihrer Altersrente mehr als bislang dazuverdienen, müssen aber höhere Abschläge in Kauf nehmen und bekommen ihre Rente auf Dauer um bis zu 14,4 Prozent gekürzt."

Auch die "Passauer Neue Presse" berichtet, dass die Bundesarbeitsministerin damit rechnet, dass bis zum Jahr 2030 fast 1,4 Millionen Rentner von der geplanten Zuschussrente profitieren werden. Um mehr Geringverdienern als zunächst geplant einen Anspruch auf Aufstockung zu ermöglichen, sollen die Zugangsvoraussetzungen entsprechend günstig gesenkt werden. Dies solle jedoch nicht bedeuten, dass die so genannten "Mini-Renten" nicht pauschal auf 850 Euro angehoben werden. Vielmehr soll sich die Zuschussrente an der Höhe zuvor gezahlter Beiträge bemessen und auf maximal 850 Euro steigen, so der Bericht. "Im Unterschied zu den früheren Überlegungen, wonach alle Begünstigten einheitlich auf den Wert von 850 Euro monatlich angehoben werden sollten, erhält nun eine höhere Zuschussrente, wer selbst mehr geleistet hat", zitiert das Blatt aus dem Konzept.

Diese Begünstigung ist allerdings an Voraussetzungen geknüpft: So müssen die Betroffenen jahrzehntelang Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung gewesen sein. Zusätzlich müssen ab 2019 fünf Jahre Einzahlungen in die Riester-Rente Pflicht sein, um in den Genuss der Zuschussrente zu kommen. Im Laufe der Zeit steigen die Kosten für dieses "Geschenk" um ein Vielfaches: von 90 Millionen Euro im Startjahr 2013 auf 3,39 Milliarden Euro 2030, so das Ministerium.

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verwendetes Original-Photo:

Gennadiy Poznyakov - Fotolia.com




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