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Hausmänner aufgepasst: Ihre Lebenserwartung ist kürzer als die von Bergleuten, Gerüstbauer und Dachdecker...

 


Wer hätte das gedacht: Männer, die sich um den Haushalt kümmern sind gegenüber Physikern, Ärzten und Ingenieuren deutlich im Nachteil.

Während diejenigen, die sich um "ein bisschen Haushalt" kümmern, sogar noch früher sterben als Hausfrauen, haben letztere nicht nur deutlich mehr Einkommen, sondern auch eine erheblich längere Lebenserwartung.

 

 

Wie das "Institut für Demografie" in Wien feststellte, haben Hausmänner meist bestimmte Gründe, zu Hause zu bleiben: sie sind meist entweder krank oder arbeitslos und somit nicht freiwillig zu dieser Tätigkeit gekommen. Hausfrauen hingegen sind deshalb zu Hause, weil ihre Männer so viel verdienen, weil sie sich ihren Lebensstandard mit nur einem Einkommen leisten können. Somit mögen Hausfrauen zwar unglücklich sein, sie werden aber mit einem längeren Leben "belohnt", während Hausmänner aufgrund ihrer Lebenssituation unglücklich sind und sich dies auch konkret auswirkt: sie haben vergleichsweise schlechte Lebensumstände, rauchen häufig, trinken überdurchschnittlich viel Alkohol und haben zudem ein meist geringeres bis gar kein Einkommen.

 

Gründe für eine längere oder kürzere Lebenserwartung hat das Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock analysiert. Die Arbeitsgruppe "Mortalität und Lebensverlängerung der Deutschen" stellte fest, dass das Einkommen die Lebenserwartung erheblich beeinflusst. Durch eine gute Ausbildung erwirbt man in einem Beruf bessere Arbeitsbedingungen und ein höheres Einkommen. Dadurch verdient man mehr Geld, kann sich eine bessere Wohnung einer besseren Wohngegend leisten und gibt mehr Geld für Güter und Produkte aus, die das Leben gesünder und angenehmer machen. Der somit gelebte gesündere Lebensstil wirkt sich direkt auf die Lebenserwartung aus.

 

Professoren leben länger

 

Dass die Kombination aus guter Bildung und hohes Gehalt einen direkten Einfluss auf die Lebensdauer hat, haben auch Wiener Wissenschaftler herausgefunden, die ihre "Kollegen" aus der "Akademie der Wissenschaften" unter die Lupe genommen haben. Sie haben festgestellt, dass deren männliche Mitglieder wesentlich länger leben als Durchschnittsbürger. Vergleichsstudien haben belegt, dass 60-jährige Professoren eine um 6 Jahre längere Lebensdauer haben und im Schnitt 83 Jahre alt werden. Dem gegenüber werden durchschnittlich gebildete Österreicher nur 77 Jahre alt. Dieselben Werte dürften auch für Deutsche gelten.

Als Grund für die längere Lebenserwartung wird einerseits der bevorzugte Zugang zu medizinischen und gesellschaftlichen Erkenntnissen vermutet und zum anderen die meist geistige Aktivität der Gelehrten bis ins hohe Alter.

 

Dagegen leisten Handwerker wie Maurer und Maler im Vergleich zu Professoren weniger geistige und deutlich mehr körperliche Arbeit. Auch im Vergleich zu Büroangestellten und Beamten haben Arbeiter eine geringere Lebenserwartung. Auch hier wird der Grund in typischen Verhaltensmustern gesehen, die diese Berufsgruppe vereint: In Arbeiterkreisen wird durchschnittlich mehr geraucht und getrunken. Außerdem leben Sprengmeister, Dachdecker und Gleisbauer gefährlich.

 

 

Glaubt man den Datenbanken der Versicherer, dann leben selbst Kellner in großer Gefahr, denn Versicherungsgesellschaften stufen Mitglieder dieser Berufsgruppe mit einer höheren Gefahrengruppe ein. Und die müssen es ja wissen, denn in ihren riesigen Datenbanken finden sich mehr als 10.000 Berufe, die nach dem Grad der Gefährlichkeit in fünf Gruppen eingeteilt wird, je nach Gefährlichkeit der Betätigung.

In diese Risikoanalyse fallen die wesentlichen Bereiche aller Berufe hinein: Kellner stolpern auf ihren Wegen und stürzen, sie polieren Gläser und schneiden sich, sie hantieren mit scharfen Messern beim Tranchieren von Fleisch oder erzeugen Stichflammen beim Flambieren. Außerdem herrscht ständig Hektik und es gibt scharfe Maschinen. Bis vor kurzer Zeit beeinflusste auch Rauchen in Gaststätten die Gesundheit: Passivrauchen verkürzte die Lebenszeit.

 

Dass Frauen eine längere Lebenserwartung haben liegt auch im Fehlen des Geschlechts in traditionell gefährlichen Männerberufen wie Dachdecker, Bergleute und Pflasterer. Hier sind regelmäßig nur 2 % der Freuen beschäftigt. Umgekehrt ist gerade in ungefährlichen Berufen die Frauenquote am größten. Allerdings befindet sich in der Hitliste der gefährlichsten Berufe auch ein beliebter Beruf für Frauen: Die Krankenschwester. Andererseits sterben auch viele Berufe aus, so dass die unmittelbare, berufsbedingte Sterbewahrscheinlichkeit sinkt. So hat sich etwa die Zahl der Maurer in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert.

 

Jobs mit Dauerstress senken die Lebenserwartung

 

Dass Krankenschwestern und -pfleger in ihrer Berufsgruppe unter "gefährlich" eingestuft werden, liegt im Wesentlichen am herrschenden Stress. Sie werden sowohl körperlich beansprucht, als auch geistig gefordert. Normalerweise ist diese Mischung im Alltag ideal, nicht jedoch in dieser Altersgruppe: es fehlt der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, weil eine dauerhafte Anspannung herrscht, der diesen Job so gefährlich macht. Nie dürfen die Gedanken abschweifen, weil sonst tödliche Medikamentendosen die Folge sein könnten. Und in dieser Berufsgruppe wird hart gearbeitet, was der Rücken nicht wirklich dankt und mit besonders häufigen Beschwerden auf sich aufmerksam macht.

Stress ist auch in kaufmännischen Berufen Grund für eine sinkende Lebenserwartung: Wenn einem gemeine Kollegen oder fiese Chefs das Leben schwer machen. Wo Mitarbeiter sich unwohl fühlen steigt die Anspannung mit dem Blutdruck und die Gesundheit leidet.

 

Jeder, der merkt, dass ihm sein Umfeld nicht gut tut, kann danach leben und ihm zuführen, was gesund ist. Die erste Erkenntnis dazu muss jedoch vorhanden sein.

Und lässt sich das Arbeitsumfeld auch nicht verändern oder beseitigen, so sollte man dann in jedem Fall Vorsorge für den Fall treffen, dass einen das Schicksal ereilt und die Berufsunfähigkeit droht: Durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei einem Unfall hilf auch eine private Unfallversicherung für den Beruf und der meist unversicherten Freizeit, weil hier ebenfalls oft Unfälle auftreten.



verwendetes Original-Photo:

Joe Dejvice - Fotolia.com

 


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