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Wenn durch vulkanische Asche unfreiwillig die Reisekosten steigen...


Viele sind an ihren Urlaubsorten gestrandet, als in den Tagen nach dem 20. März 2010 Flüge gestrichen und Flugzeuge auf der Erde blieben. Um nach Hause zu kommen, mussten manche Umwege in Kauf genommen werden - und deren Zusatzkosten klagte jetzt ein Ehepaar aus der Region Rüsselsheim ein.

 

 

Das Ehepaar hatte einen Hin- und Rückflug auf die spanische Insel Fuerteventura gebucht, wo sie ein eigenes Ferienhaus besaßen. Während der Hinflug ohne Probleme erfolgte, wurde der Rückflug ersatzlos gestrichen und somit der Urlaub zwangsläufig verlängert. Obwohl sich das Ehepaar im eigenen Ferienhaus aufhalten konnte, machten sie zusätzliche Verpflegungskosten ebenso geltend, wie die zusätzlichen Kosten vom Berlin-Schönefelder Flughafen nach Hause. Die 200 Euro zusätzlichen Reisekosten waren entstanden, weil nicht der ursprüngliche Flughafen Düsseldorf angeflogen werden konnte, sondern eben Berlin. Zudem dauerte es mehrere Tage nach dem gestrichenen Rückflug, bis das Ehepaar einen Verantwortlichen der Fluggesellschafte erreichen konnte, der unverzüglich einen Rückflug nach Deutschland anbot.

So entschied das Amtsgericht Rüsselsheim mit Urteil vom 11. Januar 2011, dass im Falle einer Annulierung eines Fluges die zusätzlichen Kosten des Reisenden von der Luftfahrtgesellschaft übernommen werden müssen (Az.: 3 C 1698/10).

Das Urteil bezieht sich auf die zusätzlichen Kosten, wenn der Weitertransport des Reisenden mit seiner Zustimmung per Ersatzflug zum nächstmöglichen Zielflughafen erfolgt und von dort zu seinem Heimatort, sowie die zusätzlichen Kosten für Unterbringung und Verpflegung.

Die Fluggesellschaft berief sich auf "Höhere Gewalt" und lehnte eine Kostenübernahme ab. Sie erkannte lediglich einen Anspruch auf Erstattung der Flugkosten an, die bereits durch die Beförderung nach Berlin abgegolten war.

Das Rüsselsheimer Amtsgericht konnte der Argumentation der Beklagten nicht folgen und gab der Klage des Ehepaars auf Erstattung der im zusätzlich entstandenen Reise- und Verpflegungskosten statt. Einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen konnte das Amtsgericht wegen des Naturereignisses nicht erkennen, billigte aber einen Anspruch auf die Übernahme der zusätzlich entstandenen Reise- und Verpflegungskosten zu. Für die nicht belegbaren Verpflegungskosten billigte das Gericht einen Betrag von 50 Euro pro Person und Tag als angemessen zu.


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