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Lebensversicherungen, Aktien, Gold, Immobilien oder Tagesgeld: Strategien, mit denen Kapitalanleger durch die Krise kommen

Der Blick nach unten ist momentan der einzige, den die Börsenkurse kennen. Kleinanleger und Sparer fürchten zu Recht um ihre Notgroschen für schlechte Zeiten.

Ein Überblick zeigt die Möglichkeiten und Risiken der einzelnen Anlageklassen.

 

 

 

Lebensversicherung

Der Klassiker unter den Sparformen bietet Sparen und Risikovorsorge in einem Vertrag. Nicht zuletzt deshalb gibt es rund 90 Millionen Lebensversicherungsverträge in Deutschland und wird von Vielen zur Altersvorsorge genutzt. Früher durften die eingesammelten Gelder nur "mündelsicher" angelegt werden, doch jetzt dürfen auch Aktien in die Kapitalanlagen fließen. Allerdings entfallen nur 5 Prozent der Kapitalanlage auf diesen spekulativen Baustein. Damit ist die Lebensversicherung weitestgehend geschützt, aber dennoch schlagen diese fünf Prozent durchaus im Geschäftsergebnis zu Buche, wie auch ausländische Staatsanleihen an der Rendite kratzen, wenn sie abgeschrieben werden müssen. Das ist jüngst der Allianz und Munich Re (früher Münchener Rück) passiert, die auf ihre Griechenland-Papiere zuletzt dreistellige Millionen-Beträge abschreiben mussten. Fallen weitere Länder aus, wie es bei Spanien und Italien nicht auszuschließen ist, geraten die Versicherungen durchaus ebenfalls in Bedrängnis. Dennoch bleibt die Lebensversicherung eines der sichersten Kapitalanlagen - und das hat seinen Preis in Form geringer Renditen.

Kunden mit älteren Policen sollten der Versuchung widerstehen, ihr Police jetzt zu kündigen, denn die Kapital-Lebensversicherung bringt die höchste Rendite erst am Schluß. Dann sind die Provisionen der Verteter aus den ersten fünf Jahren Vertragslaufzeit bereits lange abgegolten und die Endüberschussanteile zum Vertragsende werden fällig - aber nur, wenn der Vertrag auch bis zum Ende bedient wird. Allerdings bekommen Kunden mit Neuabschlüssen ab 2012 nur noch 1,75 Prozent Rendite auf ihre Verträge, so dass schon heute über eine Neuordnung der Alters- und Hinterbliebenenversorgung nachgedacht werden sollte.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen können die Gelder in Aktienfonds investiert werden. Diese sind dann natürlich von den Schwankungen an den Börsen anders betroffen, als die klassische Lebensversicherung. Und nicht alle Produkte garantieren einen bestimmten Garantiezins am Ende der Laufzeit.

Eine gewisse Entspannung kann derjenige erwarten, dessen Vertrag noch länger läuft. Durch die Vereinbarung eines festen monatlichen Zahlbetrags können bei niedrigen Aktienkursen mehr Aktien erworben werden und mit ihrem Steigen steigt auch der Gesamtwert des Depots und sorgt somit für eine höhere Rendite. Dieses Verfahren kommt auch den "normalen" Fondssparern zugute.

Aktien

Wer Aktien bei sinkenden Kursen verkauft, erleidet schmerzhafte Verluste, weil er durch den geringeren Verkaufspreis (gegenüber dem Einkauf der Papiere) Geld verlieren kann und an späteren Kurssteigerungen nicht mehr teilnimmt. Wer bei schlechten Kursen Aktien verkauft und dabei Geld verliert, hat danach noch ein weiteres Problem: Wohin jetzt mit dem Geld? Wählt man eine andere Form der Geldanlage, ist dies meist mit Kosten verbunden und diese schmälern die ohnehin gesunkene Rendite noch weiter. Wer sein Geld nicht dringend und sofort braucht, sollte ohnehin den Langlaufeffekt nutzen, nach dem sich die Kurse seriöser Aktien meist wieder erholen, statt sie mit Verlust zu verkaufen. Kann man auf sein Geld nicht verzichten und würde sogar im Plus verkaufen, sollte man es natürlich besser tun.Niemand kann seriös voraussagen, wie lange eine Kursralley nach unten bzw, wie lange die Nervosität an den Märkten insgesamt andauert.

Wie auch immer günstige Einstiegskurse proklamiert werden - niemals sollten Aktien auf Pump gekauft werden, denn dazu ist das Spekulationspotenzial und damit das Verlustrisiko zu hoch.

Gold

Wer im Herbst 2010 mit Goldkauf eingestiegen ist, hat sein Kapital mittlerweile fast verdoppelt. Und der Preis steigt immer noch, ist momentan bei rund 1.700 US-Dollat je Feinunze Gold. Und obwohl die Inflation dem Gold nichts anhaben kan, ist es für den durchschnittlichen Anleger keine Alternative - schon gar nicht, wenn das gesamte Kapital in dieses Edelmatall investiert wird. Und so rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auch davon ab, es als wichtigstes Anlageprodukt zu betrachten. Sie sei aber auch nicht dagegen, Gold zu besitzen. Wer jetzt erwägt, darin zu investieren, sollte sehr vorsichtig sein, weil es nach wie vor hochspekulativ ist und niemand weiß, wann das Ende des Booms erreicht ist.

Zudem erfolgt der Handel mit Gold in Dollar, der momentan ein recht aufregendes Dasein führt und somit noch mehr zum Währungsrisiko wird, als in den Jahren zuvor. Geht also der Dollarkurs nach unten, sinken auch die Kurse des Edelmetalls. Umd im Gegensatz zum Tagesgeld oder Bundesschatzbrief wirft Gold keine Zinsen ab.

Am Ende kostet auch die Lagerung Ihres Schatzes Geld. Entweder als Schließfach bei der Bank mit seinen rund 40 Euro Jahresgebühren oder als Sicherheitsfaktor in Ihrem Haus: Ihr Reichtum könnte gestohlen werden.

Immobilien

Eine Immobilie in Form eines Hauses oder Eigentumswohnung hat auch den Beinamen "Betongold" und gilt als krisensicher. Als Sachwertanlage ist das meist auch der Fall und zudem nicht von der Inflation betroffen. Doch auch dieses Investment ist nicht risikolos: Angefangen vom Zustand der Immobilie, möglichem Renovierungsstau bis hin zur Lage: diese Kriterien müssen optimal erfüllt werden, damit der Wert des Gebäudes steigt oder im ungünstigsten Fall stabil bleibt. Obwohl die Darlehenszinsen heute immer noch sehr niedrig sin, lauern hier Gefahren bei einer späteren Anschlußfinanzierung, wenn nämlich der Darlehenszins wieder deutlich angestiegen sein sollte.

Da es aber gerade in den Ballungszentren in guten Lagen einen erheblichen Nachfrageüberhang gibt, steigen dort auf breiter Front die Preise. Viele Anleger treibt die nackte Angst vor Verlust in den Erwerb von Eigentumswohnungen oder Häuser. So liegt in der bayerischen Landeshauptstadt München der Kaufpreis für eine Mehrfamilienimmobilie zwischen dem 21 - bis 25-fachen der Nettokaltmiete. In besonders begehrten Stadtteilen fordern Verkäufer von Mehrfamilienhäuser sogar noch höhere Preise, während die Branche im Durchschnitt nur mit dem 10- bis 20-fachen einer Kaltmiete rechnet.

Tagesgeld / Sparbuch

Die meisten Deutschen besitzen sie: Die Tagesgeldkonten oder Sparbücher als beliebteste Anlageform. Durch die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro besteht ein gewisser Schutz, der durch besonders niedrige Guthabenzinsen erkauft wird. Aktuell gibt es bei Tagesgeld nur etwa 1,5 Prozent, was dem verhältnismäßig niedrigem Risiko dieser Anlageform entspricht.

Wenn Sie Ihre Fragen rund um Ihr Vermögen gelärt haben möchten, dann stehen wir Ihnen dafür gerne zur Verfügung:

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